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Flexible Bus-Routen und Algorithmen gegen fehlende Mobilität

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in Bad Gandersheim wird das computer-gestützte Nahverkehrskonzept „Ecobus“ getestet.

Lüneburg - In einem Pilotprojekt setzt der Landkreis Lüneburg in der Gemeinde Amt Neuhaus Rufbusse ein. Am Montag ist das Projekt in dem am nordöstlichen Elbufer gelegenen Gebiet gestartet, wie eine Kreissprecherin mitteilte.

Die Fahrgäste bestellen dabei den Bus telefonisch vor. Von Montag bis Samstag gibt es von 6 bis 18 Uhr eine Vorlaufzeit von zwei Stunden. Für am Sonntag geplante Fahrten muss bereits in den Tagen davor reserviert werden. Der Bus fährt dann zur genannten Richtzeit an der im Fahrplan angegebenen Haltestelle los. Die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH (VLP) setzt das System um.

Der Bus steuert dabei nur diejenigen Kurse des Fahrplanes an, die tatsächlich benötigt werden. Damit seien die Busse eine flexible und umweltfreundliche Alternative zu den üblichen Verkehrsmitteln, heißt es. Für jede Rufbuszone gibt es dabei einen eigenen Fahrplan. Im Dezember 2019 soll das Projekt auf den gesamten ländlichen Bereich im Landkreis ausgedehnt werden. Für alle Fahrten gilt der HVV-Tarif.

Im Harz wird derzeit das computer-gestützte Nahverkehrskonzept „Ecobus“ getestet. Dabei können die Fahrgäste seit dem 11. August nach einem ersten Test in Bad Gandersheim ein halbes Jahr lang die vernetzten Kleinbusse nutzen und ihre Transportwünsche per Handy-App, Internet oder Telefon anmelden.

Algorithmus kombiniert Wünsche

Ein von Göttinger Forschern des Max-Planck-Instituts entwickelter Algorithmus weist die Anfragen einem Fahrzeug zu, so dass ähnliche Wünsche kombiniert werden. Feste Routen und Fahrpläne gibt es anders als im Linienverkehr nicht. Die Fahrgäste werden von jedem gewünschten Ort abgeholt und ohne umsteigen zu müssen ans Ziel gebracht. Das „Ecobus“-Konzept will eine flexible und günstige Mobilität im ländlichen Raum bieten. Die Kleinbusse sollen mit anderen Verkehrsmitteln wie Linienbussen, Bahnen oder Taxis kombiniert werden. „Ecobus“ ist Teil des von der EU geförderten Südniedersachsen-Programms, das die strukturschwache Region wirtschaftlich voranbringen soll.

Projekte für einen flexibleren Nahverkehr im ländlichen Raum habe es schon oft gegeben, hatten die „Ecobus“-Schöpfer vor dem Start erklärt. Doch seien Modelle wie etwa der Abrufbus wiederholt daran gescheitert, dass die Nachfrage zu gering und die Kosten dadurch zu hoch gewesen seien.

Andernorts wird versucht, mit sogenannten Bürgerbussen und Mitfahrbänken die Anbindung im ländlichen Raum zu verbessern. Die Idee des Bürgerbusses entstand vor mehr als 30 Jahren in Nordrhein-Westfalen. Dabei setzen sich ehrenamtliche Fahrer in ihrer Freizeit hinters Lenkrad, zuvor müssen sie einen Gesundheits- und Reaktionscheck machen. In Sachsen-Anhalt ist ein solches Projekt im März dieses Jahres in Osterburg in der Altmark gestartet. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Mitfahrerbänke, wie es sie etwa in einigen Gemeinden Thüringens gibt. Dort nehmen Menschen Platz, die auf eine Mitnahme im Auto hoffen.

dpa

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