Jäger verliert Jagdschein weil er betrunken Auto fuhr

Lüneburg - Wer als Jäger volltrunken am Steuer sitzt und eine Waffe mitführt, verliert nicht nur die Fahrerlaubnis, sondern auch Jagdschein und Waffenbesitzkarte. Damit muss er auch sämtliche Waffen abgeben. Das hat das Verwaltungsgericht Lüneburg entschieden.

Das Gericht wies in seinem am Montag bekannt gewordenen Beschluss den Widerspruch eines Jägers gegen entsprechende Verfügungen der zuständigen Verwaltungsbehörde zurück (Az: 6 B 165/15).

Der Waidmann aus der Lüneburger Heide war Ende 2014 nach einem Gelage in einem Jagdhaus mitten in der Nacht mit 2,31 Promille Blutalkohol am Steuer erwischt worden. Im Kofferraum hatte er ein Gewehr und 40 Schuss Munition bei sich. Als Folge war der Mann nicht nur seinen Führerschein los. Im Strafverfahren erhielt er wegen Fahrens im Zustand der absoluten Fahruntüchtigkeit auch einen Strafbefehl in Höhe von 30 Tagessätzen.

Das Verwaltungsgericht erkannte nun darauf, dass er unzuverlässig „im Sinne des Waffengesetzes“ ist. Das Mitführen einer Waffe bei einer Autofahrt in stark alkoholisiertem Zustand „im Bereich der absoluten Fahruntüchtigkeit“ rechtfertige die Prognose, dass der Jäger auch künftig mit Waffen und Munition nicht vorsichtig und sachgemäß umgehen werde, heißt es in der Entscheidung. Dies gelte umso mehr, als von einer erheblichen „Alkoholgewöhnung“ des Mannes auszugehen sei. Deshalb dürfe er künftig keine Waffen mehr führen. Auch der Jagdschein sei „zwingend für ungültig zu erklären und einzuziehen“, entschied das Gericht.

In Niedersachsen gibt es deutlich mehr Jäger als im bundesweiten Durchschnitt. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands (DJV) besitzt jeder 130. Niedersachse einen Jagdschein. Deutschlandweit verfügt nur einer von 216 Einwohnern über ein solches Dokument.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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