Mehr als 430.000 Euro Beute - Bankraub von Amelinghausen vor Gericht

Lüneburg - Als die Mitarbeiterinnen der Sparkasse im kleinen Heideort Amelinghausen morgens zur Arbeit kommen, werden sie schon erwartet. Vier maskierte Männer fesseln die Frauen, eine Kollegin muss den Tresor öffnen. Mit mehr als 430.000 Euro können die Räuber entkommen.

Wegen eines Banküberfalls in Amelinghausen mit einer Beute von mehr als 430 000 Euro stehen seit Freitag zwei Männer vor dem Landgericht Lüneburg. Gemeinsam mit zwei noch nicht gefassten Komplizen sollen sie laut Staatsanwaltschaft im Januar 2013 vier Angestellte der Sparkassenfiliale des Heideortes in ihre Gewalt gebracht haben. Sie erpressten so die Öffnung des Tresors und konnten das Geld erbeuten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 54 und 34 Jahre alten Angeklagten vor, am 22. Januar 2013 in den frühen Morgenstunden über ein Kellerfenster in die Filiale eingedrungen zu sein. Als die ersten drei Angestellten zur Arbeit erschienen, wurden die Frauen gefesselt, ihre Münder mit Klebeband verschlossen. Die vierte Kollegin verfügte über den Code zum Tresor. Sie wurde von den Maskierten zum Öffnen des Geldschranks gezwungen. Die Räuber konnten 434.415 Euro erbeuten und trotz einer Großfahndung der Polizei samt Hubschraubereinsatz in dem Wagen einer Angestellten entkommen.

Die Angeklagten wollten am ersten Prozesstag zunächst keine Aussage machen. Von dem 23-Jährigen sei für den nächsten Verhandlungstag eine „geständige Einlassung“ zu erwarten, teilte sein Anwalt mit. Anschließend sollten drei der überfallenen Angestellten aussagen. „Die Männer haben mich auf den Boden geworfen und mir eine Pistole an den Kopf gehalten“, sagte eine Zeugin. „Wir hatten ganz schön Angst.“ Der 34 Jahre alte Angeklagte konnte erst im vergangenen Juli in Polen festgenommen werden, der 54-Jährige war bereits im September 2013 bei einem MEK-Einsatz in Hamburg gefasst worden. Ihm droht in Lüneburg Sicherungsverwahrung, auch weil er unter anderem wegen eines ganz ähnlichen Überfalles bereits vorbestraft ist.

„Das Gericht hat ein Sachverständigen-Gutachten in Auftrag gegeben, um eine Sicherungsverwahrung zu prüfen“, sagte dazu Sprecher Stefan Stodolkowitz. Den Angeklagten wird unter anderem erpresserischer Menschenraub zur Last gelegt. Die beiden sollen im Juli 2013 zudem mit mindestens einem weiteren Komplizen durch einen Kellerschacht in die Räume einer Sparkassenfiliale in Bohmte-Hunteburg bei Osnabrück eingedrungen, aber dann ohne Beute wieder abgezogen sein. Die 2. große Strafkammer hat bis zum 30. März insgesamt zwölf Verhandlungstermine angesetzt.
dpa

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