Prozess gegen den früheren pädagogischen Leiter

Anklage fordert acht Jahre Haft wegen Missbrauchs in Kinderheim

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Der Angeklagte Wolfgang W. (2.v.l.) steht neben seinem Verteidiger Eike Waechter (l.)im Landgericht Lüneburg.

Lüneburg - Im Missbrauchsprozess gegen den früheren pädagogischen Leiter eines Kinderheims hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Lüneburg am Donnerstag acht Jahre Haft gefordert.

Der Anklage zufolge soll der Mann in der kleinen ländlichen Einrichtung im Kreis Lüneburg zwei Jungs missbraucht und dabei zahlreiche Fotos und Videos gemacht haben. Der 47-Jährige hatte zu Prozessbeginn den sexuellen Missbrauch gestanden. Danach soll der Missbrauch des einen Jungen aber erst 2007 begonnen haben, dann hätte es sich nicht mehr um ein Kind unter 14 Jahren gehandelt.

Der Staatsanwalt sprach in seinem Plädoyer von der „Spitze des Eisberges“. Wahrscheinlich habe es viel mehr Straftaten gegeben. Für milieugeschädigte und traumatisierte Kinder sei ein Zuhause geschaffen worden, um systematisch Missbrauch zu betreiben. In diesem Punkt widersprach die Verteidigung entschieden, auch die beiden Anwälte hielten aber eine mehrjährige Haftstrafe für unvermeidbar. Sie plädierten auf eine Höchststrafe von fünf Jahren. Der Angeklagte selbst entschuldigte sich in seinem Schlusswort erneut für sein Handeln. Noch am Nachmittag wollte die Kammer das Urteil sprechen.

dpa

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