Frau und ihre Freundin erstochen

Ehemann gesteht Doppelmord von Lüneburg

Lüneburg - Zwei Frauen werden in Lüneburg erstochen, der Ehemann eines der Opfer gesteht den Doppelmord. Seine Frau wollte zum christlichen Glauben übertreten und ihren jesidischen Mann verlassen. Der Angeklagte will spontan und nicht aus religiösen Gründen gehandelt haben.

Ein wegen Doppelmordes angeklagter Mann hat vor dem Landgericht Lüneburg gestanden, seine Frau und ihre Freundin erstochen zu haben. Anders als von der Staatsanwaltschaft dargestellt habe es sich aber nicht um eine geplante Tat gehandelt, hieß es in einer Erklärung, die der Anwalt des 38-Jährigen am Donnerstag verlas. Der Angeklagte habe die Nachbarin nicht extra eingeladen, um sie zu töten. Auch habe er sie nicht erstochen, weil er sie für die Trennung von seiner Frau und deren geplanten Übertritt zum Christentum verantwortlich gemacht habe, wie es die Anklage sieht.

Die 33 Jahre alte Nachbarin war Mitglied einer evangelischen Freikirche in Lüneburg. Der Angeklagte, ein aus dem Irak stammender Jeside, soll sie laut Staatsanwaltschaft dafür mitverantwortlich gemacht haben, dass seine Frau sich endgültig von ihm lösen und Christin werden wollte. Die Ehefrau werde nach dem Tod der Freundin aus Angst bei ihm bleiben, soll er laut Staatsanwaltschaft gehofft haben. Auch das bestritt der Angeklagte.

Seine Frau habe am Tatsonntag die Freundin ohne sein Wissen nach einem gemeinsamen Kirchenbesuch eingeladen, hieß es am Donnerstag. Dann sei er unter Druck gesetzt worden, den christlichen Glauben anzunehmen. Jesidentum sei Teufelsanbeterei, habe seine Frau gesagt. Die Gräueltaten der islamistischen Terrormiliz IS im Irak an den Jesiden seien nur möglich, weil Jesiden Ungläubige seien. Auch die Freundin habe Jesiden als „Gottlose“ bezeichnet. Dann hätten die beiden Frauen ihn vor die Tür setzen und ihm so auch die Kinder nehmen wollen. Daraufhin habe er versucht, die Freundin seiner 32 Jahre alten Ehefrau aus der Wohnung zu weisen.

Dabei habe er ihr vorgeworfen, eine „Gehirnwäsche“ bei seiner Frau vorgenommen zu haben. Als sie nicht ging, habe er ein Küchenmesser geholt, um sie damit zum Gehen zu bringen. Dann sei ein „Handgemenge“ entstanden, bei dem er immer wieder auf die beiden Frauen eingestochen habe. „Ich bereue mein Handeln zutiefst und würde mein eigenes Leben dafür geben, wenn ich die Tat ungeschehen machen könnte“, hieß es anfangs in der Erklärung. Fragen der Kammer ließ der Angeklagte vorerst nicht zu.
dpa

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