Das ist alles erlaubt

Lockerungen trotz steigender Corona-Inzidenz in Niederachsen

Die Inzidenz steigen in einigen Landkreisen wieder. Ab Freitag gilt die neue Coronaverordnung. Sie soll bis September gelten und betrifft Wochenmärkte und Großveranstaltungen.

Hannover - Die niedersächsische Landesregierung verlängert die geltende Corona-Verordnung bis zum 3. September, dem Ende der Sommerferien, und kommt damit nach eigenen Angaben dem Wunsch kommunaler Spitzenverbände nach mehr Planungssicherheit im Sommer nach. Planen können nun Veranstalter von Großevents, Wochenmärkten und Besucher in Heimen. Abgesehen von den modifizierten Punkten gelten weiterhin auch die bekannten Regelungen samt dem Stufenplan.

BundeslandNiedersachsen
HauptstadtHannover
Bevölkerung7,982 Millionen (2019)
Fläche47.614 km²

Großveranstaltungen: Bei einer örtlichen Inzidenz unter 35 sollen künftig unter bestimmten Auflagen wieder Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Besuchern erlaubt sein. Voraussetzung ist eine Zulassung durch das Gesundheitsamt im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt. Theoretisch sind Volksfeste oder Open Airs möglich. Veranstalter müssen sie darauf achten, dass die Gäste nicht übermäßig viel Alkohol konsumieren.

Des Weiteren muss drinnen wie draußen das Abstandsgebot eingehalten werden - etwa durch die Zuweisung fester Sitzplätze und die Lenkung von Besucherströmen zum Eingang durch den Veranstalter. Zudem muss sichergestellt werden, dass der Konsum von Alkohol eingeschränkt wird und Kontaktdaten erhoben werden. Die Zuschauerzahl ist auf maximal 25.000 oder 50 Prozent der Zuschauerkapazität der Veranstaltungslokalität begrenzt.

Die Regeln für Großveranstaltungen hätten die Bundesländer gemeinsam abgestimmt und einstimmig beschlossen, sagte Claudia Schröder, der Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung. Abgesehen von eventuell kleinen Veränderungen werden die Regeln demnach deutschlandweit gleich sein.

Liegt die 7-Tage-Inzidenz unter 10, dürfen nicht nur die Kunden, sondern auch die Verkäufer auf Niedersachsens Wochenmärkten auf die Maske verzichten (Symbolbild)

Wochenmärkte: Keine Maskenpflicht mehr bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 10. Dies gilt für Besucher wie Verkäufer. In Arbeits- und Betriebsstätten kann auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden - das Land setzt hierbei die Veränderungen der Arbeitsschutz-Verordnung des Bundes um.

Heime/Pflegeeinrichtungen: In Tagespflegeeinrichtungen sollen die Abstandsregeln und Maskenpflicht entfallen, soweit alle Anwesenden vollständig geimpft oder genesen sind. „Umarmungen werden wieder möglich sein“, sagte Staatskanzleichef Mielke. Aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante sei weiterhin aber erhöhte Vorsicht geboten, so Mielke. Die Anpassung sieht deshalb eine Testpflicht für Besucher in (Pflege-)Heimen künftig schon ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 10 in der entsprechenden Gebietskörperschaft vor. Bislang waren Tests erst ab einer Inzidenz von 35 verpflichtend.

Über die Hälfte der Niedersachsen einmal geimpft

Impfungen: Die Landesregierung verzeichnete in den letzten Wochen „einen deutlichen Impffortschritt“. Inzwischen seien rund 43 Prozent der Niedersachsen vollständig und rund 62 Prozent mindestens einmal geimpft, sagte Sozialministerin Daniela Behrens (SPD). In der Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen nehme die Impfdynamik auch wegen der mangelnden generellen Stiko-Empfehlung aber erst langsam Fahrt auf. Von einer Überlastung der Krankenhäuser oder einer ernsten Situation für das Gesundheitssystem könne man derzeit nicht sprechen.

Aktuell ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen weiter gestiegen. Am Freitag lag der Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 8,0, nachdem sich am Donnerstag noch 7,0 Menschen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen mit Corona neu infiziert hatten. Im Land Bremen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz von 10,7 auf 11,7.

In Niedersachsen kamen mit Stand Freitagmorgen 163 neue Corona-Infektionen hinzu, ein weiterer Todesfall wurde registriert. Im Land Bremen kamen 16 Neuinfizierte und ebenfalls ein Todesfall hinzu. Die Stadt Wolfsburg bleibt mit einem Wert von 20,1 die Kommune mit dem höchsten Inzidenzwert in Niedersachsen. Für die Landkreise Friesland und Wittmund wurde der Wert 0 gemeldet.

Rubriklistenbild: © Dahm

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