Kampf gegen Corona

Weihnachten 2021: Weil kündigt Corona-Maßnahmen für Niedersachsen an

Stephan Weil
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Stephan Weil (SPD)

Als derzeit einziges Bundesland zieht Niedersachsen Einschränkungen für das Weihnachtsfest und die Feiertage in Betracht. Kommen jetzt Lockdown und Ausgangssperre?

Berlin – Die vierte Corona-Welle rollt über Deutschland. Um sie zu bremsen, sehen Experten neben einer bundesweiten 2G-Regel nur einen Ausweg: Kontakte beschränken. Selbst Impfungen – der Weg aus der Pandemie – können derzeit nicht helfen, da die positive Pandemie-Wirkung erst verzögert eintritt.

Festtag:Weihnachten
Religion:Christentum
Hintergrund:Fest der Geburt Jesu Christi
Datum:Samstag, 25. Dezember 2021
Heiligabend:Freitag, 24. Dezember 2021

Erinnerungen an Weihnachten 2020 werden wach – doch da war die Infektionsrate nicht annähernd so hoch wie in diesem Jahr, 200 statt nun 400. Auch damals spitzte sich die Lage in den Krankenhäusern drastisch zu. Jeden Tag starben Hunderte – so wie jetzt. Über 500 Tote waren es am Mittwoch, 8. Dezember 2021.

Damals zogen Bund und Länder die Bremse, verhängten ab dem 16. Dezember einen bundesweiten Lockdown. Und jetzt? Ist ein deutschlandweiter Lockdown vom Tisch. Den soll es in dieser Form künftig nicht mehr geben, heißt es im überarbeiteten Infektionsschutzgesetz, Lockdown sei fortan Ländersache.

Ausgangssperren an Weihnachten: Niedersachsen im Alleingang

Nach der Ministerkonferenz am Donnerstag, 9. Dezember 2021, mit dem neuen Kanzler Olaf Scholz, ist Niedersachsen derzeit das einzige Bundesland, das Corona-Maßnahmen für Weihnachten und Feiertage in Betracht zieht. Bund und Länder hatten sich mehrheitlich gegen Beschränkungen ausgesprochen.

Die Landesregierung werde kurzfristig Entscheidungen treffen, teilte Weil am Donnerstag mit. Man müsse unbedingt verhindern, dass die Varianten Delta und Omikron das Gesundheitssystem über die Belastungsgrenze bringen. Dafür müssten Kontakte reduziert werden. Wie der NDR vermeldete, sei ein Alleingang des Landes mit neuen Auflagen wahrscheinlich.

Ob es einen Lockdown zum Fest gibt, ist somit derzeit noch gänzlich nicht klar. Konkreter könnte es bereits heute werden, eine überarbeitete Corona-Landesverordnung wird diesen Freitag erwartet. Die Landesregierung werde im Zuge der Änderungen die notwendigen Entscheidungen treffen, kündigte der Ministerpräsident an.

Niedersachsens: Lockdown nach Weihnachten 2021 – Weil ließ erste Pläne durchsickern

Als gesichert scheinen auch Kontaktbeschränkungs-Pläne in Niedersachsen nach dem Fest. Weil sprach von einer „verlängerten Winterpause“ an den Feiertagen, eine Art Winterruhe. Wie die Maßnahmen konkret aussehen, ob es gar ein Lockdown wird – Schließung des Einzelhandels inklusive – das ließ Weil offen.

Nur so viel: Eine begrenzte „Auszeit“ sei eine Überlegung wert, sagte Weil. Denn die zahlreichen Familienkontakte an Weihnachten werden nach aller Erfahrung „wieder für eine Reihe von Ansteckungen sorgen“, so Weil. Aus diesem Grund halte er auch Kontaktbeschränkungen für Geimpfte für sinnvoll. Ebenso wie die 2G-Plus-Regel.

Weihnachten 2021: Das sagen Politiker zum Lockdown, Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und einer möglichen Ausgangssperre

Immer wieder haben Politiker und Experten reduzierte Kontakte, besonders zur Weihnachtszeit gefordert – auch wenn das Wort „Lockdown“ dabei niemand in den Mund nehmen will.

So riet Bundesverkehrsminister Volker Wissing in der „Bild“ dazu, an Weihnachten zu Hause zu bleiben und auf Reisen zu verzichten. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „In Gebieten mit hohen Inzidenzen muss man auch über befristete Kontaktbeschränkungen für Geimpfte nachdenken.“

RKI empfiehlt mehr Kontaktbeschränkungen: Lockdown „im Bereich des Möglichen“

Unter anderem wegen der neuen Corona-Variante Omikron empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) mehr Kontaktbeschränkungen. Fachleute befürchten, die Mutante werde sich „sehr schnell durchsetzen“. Das sagte der Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Laut Karagiannidis betrage die Verdopplungszeit in Deutschland geschätzt eine Woche. „Das hieße, dass die Fallzahlen um Weihnachten zu steigen beginnen, bereits Ende Januar könnte Omikron die dominierende Variante sein“, führte er weiter aus. Eine solche Entwicklung könnte sich für Kliniken zu einem massiven Problem entwickeln.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Virologe Stephan Ludwig von der Universität Münster: „Wenn wir so weitermachen wie bisher“ ist ein erneuter Lockdown an Weihnachten mit Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen nicht auszuschließen. „Er sei noch vermeidbar, bleibe aber im Bereich des Möglichen.“ Weitere Experten sehen eine Chance darin, dass möglichst viele vor Weihnachten ihre dritte Impfung („Booster“) bekommen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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