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LNG-Terminals in Niedersachsen: „Beschleunigte Verfahren nötig“

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Von: Yannick Hanke

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Niedersachsens Energie- und Umweltminister Olaf Lies (SPD) guckt nachdenklich zur rechten Seite. Im Hintergrund ist de Jade-Weser-Port mit den Rohren der Tankerlöschbrücke in Wilhelmshaven zu sehen.
Niedersachsens Energie- und Umweltminister Olaf Lies (SPD) spricht über den Bau von LNG-Terminals und redet von „beschleunigten Verfahren“. (kreiszeitung.de-Montage) © Joachim Sielski/imago/Sina Schuldt/dpa

Deutschland treibt den Bau von LNG-Terminals voran. Niedersachsen dabei mit gewichtiger Rolle. Energieminister Olaf Lies (SPD) gibt Auskunft.

Hannover – Nein zum Erdgas aus Russland – das hat sich Deutschland auf die Fahne geschrieben. Um Wladimir Putin, der Krieg in der Ukraine führt, nicht weiterhin finanziell zu unterstützen, müssen Alternativen her. Leichter gesagt als getan, schließlich gibt es keine Lösung, welche die Energieversorgung in der Bundesrepublik von heute auf morgen garantiert. Eine durchaus realistische Option ist aber der Bau von LNG-Terminals. Hierbei kommt Niedersachsen eine große Rolle zu.

LNG-Terminals in Niedersachsen: Bund plant LNG-Beschleunigungsgesetz

„Liquefied natural gas“, kurz LNG, soll bei der künftigen Energieversorgung Deutschlands einen zentralen Platz einnehmen. Um längerfristig mit dem verflüssigten Erdgas planen zu können, müssen entsprechende Terminals her. Pläne zum Bau dieser milliardenschweren Projekte gibt es in Wilhelmshaven und Stade (beide Niedersachsen) sowie in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein).

Um den Bau der LNG-Terminals in Niedersachsen voranzutreiben, plant der Bund ein LNG-Beschleunigungsgesetz. Zu diesem bezieht nun Olaf Lies (SPD) Stellung. Der Energie- und Klimaschutzminister von Niedersachsen äußert sich in Form eine Pressemitteilung seines Bundeslandes.

Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) überzeugt: LNG-Terminals „sind von überragendem öffentlichen Interesse“

Zunächst einmal spricht Olaf Lies von einer „Zeitenwende“ auch bei der deutschen Energieversorgung. Der Energieminister Niedersachsens verweist auf die Situation in Bulgarien und Polen, wo Russland den Gashahn bereits zugedreht hat. Dementsprechend werde „die Energiefrage zunehmend zum Mittel der geostrategischen Auseinandersetzung“. Heißt für die LNG-Terminals Folgendes:

Die Terminals sind von überragendem öffentlichen Interesse. Wenn sich das auch so im Gesetz wiederfindet, ist das eine sehr gute Grundlage für die schnelle Realisierung. Wir müssen jetzt zeigen, dass wir mit einer neuen Deutschlandgeschwindigkeit die energiepolitische Umklammerung durch Russland zügig lösen.

Niedersachsens Energie- und Klimaschutzminister Olaf Lies (SPD) in einer Pressemitteilung

Explizit verweist Olaf Lies darauf, dass es schnelle Lösungen für die LNG-Terminals braucht, die bereits ab dem Sommer 2022 greifen sollen. Schwimmende LNG-Terminals sieht der Sozialdemokrat nur als eine Übergangslösung an, hin zum Import für klimafreundliche Gase.

Deutschlands Abkehr von Erdgas aus Wladimir Putins Russland – Zeitenwende mit LNG-Versorgung?

Die Abkehr vom russischen Erdgas hin zu einer LNG-Versorgung bedeutet für Olaf Lies aber auch, dass manche Schritte parallel zueinander ausgeführt werden müssen. Heißt: Mit der Infrastruktur für grünes Gas muss auch schon begonnen werden, die „stationären Terminals [müssen] mit der entsprechenden Infrastruktur mit den beschleunigten Verfahren“ umgesetzt werden.

In seinen Ausführungen geht es dem Energie- und Umweltminister Niedersachsens aber nicht allein um Gas. Auch grünem Strom komme eine gewichtige Rolle zu. „Wir sehen jetzt mehr denn je, dass dauerhaft nur die Erneuerbaren Energien der Garant für eine saubere, klimafreundliche und günstige Energieversorgung sind“.

Deutschland soll auf Erneuerbare Energien setzen – das „neue Symbol für Freiheit, Frieden und Unabhängigkeit“

Die Relevanz von Erneuerbaren Energien weiß Olaf Lies, der sich für Standortvorteile Niedersachsens beim Ausbau von Windkraft starkmacht, im Folgenden zu unterstreichen. Der SPD-Mann bezeichnet sie als das „neue Symbol für Freiheit, Frieden und Unabhängigkeit unserer Energieversorgung“. Deswegen sei es immens wichtig, über eine neue Geschwindigkeit bei deren Ausbau zu verfügen.

Das jetzige LNG-Beschleunigungsgesetz wird also den Maßstab setzen für die ausstehenden Beschleunigungsgesetze für den Ausbau der Windenergie an Land und auf See, für die Photovoltaik und für die ebenso unabdingbar benötigten Stromnetze.

Niedersachsens Energie- und Klimaschutzminister Olaf Lies (SPD) in einer Pressemitteilung

Schlussendlich könne die gegenwärtige Situation sowohl für den Klimaschutz als auch für die damit verbundene Energiewende, auf die auch Bundesenergieminister Robert Habeck (Grüne) setzt, mit den Beschleunigungspaketen ein „echtes Sprungbrett“ sein. Das Bild, das Olaf Lies zeichnet, macht deutlich: im Optimalfall werden mehrere Stufen auf einmal übersprungen, der Blick nach Unten soll die Konfrontation mit der Vergangenheit namens Erdgas aus Russland darstellen.

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