Park-Tester im Norden: Sea Life Hannover

Ozeantunnel als „Hai-Light“

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Meeresschildkröten gehören zu den beeindruckendsten Tieren im Ozeanbecken des Sea Life in Hannover.

Hannover - Von Frank Jaursch. Ein kleiner Zoo für Fisch & Co. – kann so etwas den unbedarften Besucher begeistern? Das Urteil des Autoren gleich vorweg: Er kann.

Beim Familienbesuch der Einrichtung in Hannover punktet das Sea Life dabei vor allem mit freundlichem Personal, einer pfiffigen Präsentation der mehr als 3500 Tiere und einem Drumherum, das um Attraktivität ebenso bemüht ist wie um das Vermitteln von Wissen.

Problemlos gestaltet sich die Anreise nach Hannover: Das markante Bauwerk liegt direkt gegenüber den Herrenhäuser Gärten, keinen Kilometer vom Westschnellweg entfernt. Genügend Parkplätze sind keine fünf Gehminuten vom Eingang entfernt.

Das Sea Life selbst präsentiert sich als eine verwinkelte, mehrstöckige Wasserwelt. Am Eingang erhalten Kinder einen Pass, den sie im Laufe ihres Parcours mit Stempeln füllen sollen. Jede Stempelstation wartet mit einer kleinen Frage rund um die Wasserwelt und ihre Bewohner auf.

Unerklärliche Faszination: Stempel-Tour durch das Sea Life

Das Faszinierende dabei: Dieses Prinzip funktioniert. Aus für Erwachsene unerfindlichen Gründen strahlen die Stempel einen großen Reiz für viele Kinder aus. Wer fleißig gestempelt hat, wird im unvermeidlichen Shop am Ende der Tour mit einer (selbst für Kinder) eher entbehrlichen Kleinigkeit belohnt – da wünschte man sich ein wenig mehr Einfallsreichtum von Seiten der Betreiber.

Die Hauptdarsteller allerdings bleiben die Tiere. Gleich zu Beginn des Rundgangs wartet ein Höhepunkt auf die Besucher: das große Rochen-Becken. Wer möchte, kann vormittags die Fütterung der eleganten Tiere verfolgen.

Durch die gläsernen Beckenwände ist auch ein Kontakt zu den Knorpelfischen möglich. „Du kannst mit der Hand an der Scheibe rubbeln, die Tiere spüren das“, versichert eine Sea-Life-Mitarbeiterin einer jungen Besucherin. Die Kleine rubbelt, ein Rochen schwimmt herbei. Erstaunlich.

Auf dem Rundweg begegnen den Gästen natürlich viele der Unterwasser-Tierarten, die auf der Knuddligkeitsskala ganz weit oben stehen. Seepferdchen und Clownfische sind da ein Muss. Niedlich: Hai-Babys!

In 37 Becken finden sich etwa 160 Tierarten. Ungewöhnliche Formen ermöglichen besondere Einblicke – so kann man den Kopf in eine gläserne Kuppel halten und einen Rundumblick genießen. Auch in der stimmungsvollen Beleuchtung wird deutlich, dass bei der Konzipierung Profis am Werk waren.

Ozeanbecken fasst 300.000 Liter Wasser

Das „Hai-Light“ der Tour ist der Gang durch das Ozeanbecken. Ein Tunnel führt durch das 300.000 Liter fassende Becken, in dem sich unter anderem Ammenhaie und Meeresschildkröten tummeln.

Die Jahresausstellung rund um das Thema „Abenteuer Schildkröte“ vermochte die Tester-Familie nur begrenzt zu fesseln, auch das Kuba-Krokodil wirkt eher traurig und ein bisschen wie ein Fremdkörper.

Nicht ganz den (hohen) Erwartungen konnte zudem der „Streichelzoo“ entsprechen: Im Berührungsbecken warteten keine kontaktfreudigen Ziegen, sondern höchst sensible Seesterne und Krabben. Bemerkenswert allerdings hier: Der Mitarbeiter an den Berührungsbecken nahm sich viel Zeit für eine Gruppe behinderter Kinder. Ohnehin waren die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bediensteten durchweg überzeugend.

Wer etwas essen will, hat am Ende des Rundgangs die Möglichkeit dazu: Kurze Wartezeit, kurze Speisekarte, mittelmäßige Qualität.

Fazit für das Sea Life: Der Wasserzoo bietet einen spannenden Einblick in die faszinierende Unterwasserwelt von Leine, Amazonas oder Atlantik. Wer möchte, kann viel lernen, für alle anderen gibt es bizarre und faszinierende Lebewesen in schöner Präsentation zu sehen.

Erwachsene zahlen knapp 17 Euro, Kinder zwischen drei und elf Jahren 13,50 Euro; wer online Karten bestellt, spart bis zu 30 Prozent.

www.visitsealife.com/hannover

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