Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel

Lieferprobleme: Niedersachsens Handel rät zu frühzeitigem Geschenkekauf

Leere Regale zum Fest befürchten Einzelhändler in Niedersachsen nicht, aber es gibt weltweit Lieferprobleme. Trotzdem rechnet der Handelsverband mit einem Umsatzplus.

Berlin/Hannover – Rund zwei Prozent Zuwachs ist das ausgegebene Ziel des Handelsverbands Deutschland (HDE) zum Weihnachtsgeschäft im Jahr 2021. Damit lägen die Umsätze im November und Dezember dieses Jahres bei rund 112 Milliarden Euro. Wachstumstreiber bleibt dabei ganz klar der Online-Handel. Der Verband sieht aber auch Risiken wie Lieferprobleme bei einigen Waren, die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und die steigende Inflation.

Dachverband des deutschen Einzelhandels:Handelsverband Deutschland (HDE)
Hauptsitz:Berlin
Gründung:März 1919
Präsident:Josef Sanktjohanser

Wegen der Lieferschwierigkeiten sollten die Menschen im Norden nach Einschätzung des Einzelhandels nicht allzu lange mit dem Kauf von Weihnachtsgeschenken warten, sagt Mark Alexander Krack, Geschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen (HNB). Es werde zwar keine komplett leeren Regale geben, aber bestimmte Produkte seien nur begrenzt verfügbar.

Niedersachsens Handel rät zu frühem Geschenkekauf: Technikprodukte, Sportartikel und Sneaker knapp

Knapp sind dem Verbandschef zufolge vor allem Technikprodukte, Sportartikel oder auch Sneaker. „Das sind alles Produkte, die vom stockenden Containerverkehr an den asiatischen Häfen betroffen sind“, sagte er. Die Nachfrage nach diesen Produkten sei bereits groß. Deshalb sollte man sich frühzeitig über Verfügbarkeiten informieren oder sie schon jetzt kaufen. Derzeit plagen Lieferprobleme die Hersteller auf der ganzen Welt, ganze Lieferketten kommen ins Stocken. Lieferprobleme bei Halbleitern stürzen die Autobauer und Zulieferer in eine Chipkrise*.

Das Adventsgeschäft macht für viele Einzelhändler einen großen Teil ihres jährlichen Umsatzes aus. Krack ist deshalb gegen eine 2G-Regelung im Handel*, nach der nur noch Geimpfte und Genesene in die Läden dürften. „Da stellt sich auch die Frage, wie und wer das kontrollieren soll“, sagte der Vertreter der Interessen der Branche. Eine Entscheidung über eine mögliche Ausweitung von 2G-Regeln könnte am Donnerstag, 18. November 2021, bei der Ministerpräsidentenkonferenz getroffen werden.

Der Einzelhandel in Deutschland hat derzeit mit akuten Lieferengpässen zu kämpfen. Zwar drohen zum Fest laut Handelsverband keine leeren Regale, zum frühzeitigen Geschenkekauf für Weihnachten wird trotzdem geraten. (Archivbild)

Für den 26. November 2021 hat der Handel den sogenannten Black Friday (Schwarzer Freitag) ausgerufen, einen vor Jahren aus den USA importierten Aktionstag, an dem die Branche mit Rabatten das Geschäft ankurbeln will, vor allem bei Technikprodukten. Der Black Friday sei nicht unbedingt nötig, meint HNB-Geschäftsführer Krack. „Er hat sich aber als Impulsgeber für den Beginn der heißen Phase etabliert“. Viele Einzelhändler bereiteten sich schon seit Wochen etwa mit Werbung auf diesen Tag vor.

Einzelhandel rät zu frühzeitigem Geschenkekauf: Lieferprobleme und Inflation sorgen für steigende Preise

Der HDE sieht aber auch Risiken für die kommenden zwei Monate. „Alles hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen ab. Der Handel leistet weiter seinen gesellschaftlichen Beitrag, indem er seine erprobten Hygienekonzepte weiter anwendet, die Maskenpflicht beibehält und mit seiner Kampagne Leben statt Lockdown versucht, noch mehr Menschen von einer Corona-Impfung zu überzeugen“, sagt auch HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Weitere mögliche Negativ-Faktoren seien die bei einzelnen Produkten auftretenden Lieferschwierigkeiten sowie die steigende Inflation. Beides seien aber wohl kurzfristige Probleme, die lediglich vorübergehend Bestand haben dürften. Als wichtigste Maßnahmen der kommenden Bundesregierung sehen die Händler den Verzicht auf Steuererhöhungen, mehr Fairness im Wettbewerb mit dem globalen Online-Handel auf Internetplattformen sowie eine Offensive zur Entbürokratisierung. * kreiszeitung.de, echo24.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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