Vor 20 Jahren von Ute Friese gegründet

Die letzte große Reise - Aktion Kindertraum erfüllt Herzenswünsche

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Ute Friese, Geschäftsführerin und Gründerin der Aktion Kindertraum GmbH.

Hannover - Von Christina Sticht.  Ihre Hilfsorganisation gründete Ute Friese vor 20 Jahren, kurz nachdem sie Mutter geworden war. Mittlerweile hat die Hannoveranerin mit ihrem Team 2.500 Mädchen und Jungen in schwieriger Lage glücklich gemacht. Im Jubiläumsjahr werden neue Spender gesucht.

Seit 20 Jahren erfüllt die Aktion Kindertraum Herzenswünsche: Jan Sadler zum Beispiel erhielt von der Organisation als 16-Jähriger einen Sportrollstuhl, der einige Tausend Euro kostete. „Das war ein Grundstein für meine erfolgreiche Sportlerkarriere“, sagte der 24-Jährige am Mittwoch. 2013 wurde er U23-Weltmeister im Rollstuhlbasketball. Der Profi des Bundesligisten Hannover United spielte auch schon in der Nationalmannschaft.

Auch dem 18-Jährigen Willi erfüllte die gemeinnützige GmbH mit Sitz in Hannover einen Herzenswunsch. In einem rührenden Brief hatte sich der Schüler aus Stralsund an die Aktion Kindertraum gewandt und von der „Stadt meiner noch unerfüllten Träume“ geschwärmt. Dorthin solle seine „wahrscheinlich letzte große Reise“ gehen. Der Jugendliche leidet an Muskeldystrophie und darf nicht fliegen. Für Willi wurde im August 2017 eine Schiffsreise nach New York organisiert.

„Die Kinder erhalten ein Stück Lebensmut“

„Wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen Kindern und Spendern“, sagte die Gründerin der Wohltätigkeitsorganisation, Ute Friese. Mittlerweile werden 250 Wünsche pro Jahr erfüllt - von Sachspenden wie Spielzeug oder Computer über Therapien oder Musikunterricht bis hin zu Reisen oder Treffen mit Prominenten. Insgesamt waren es 2.500 Wünsche seit 1998. Auch Geschwister von kranken Kindern werden unterstützt.

Im Jubiläumsjahr ist eine Tour durch Deutschland geplant, um noch mehr Unterstützer zu finden und bei betroffenen Familien bekannter zu werden. Schirmherrin ist die ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages, Edelgard Bulmahn. Die Erfüllung der Herzenswünsche gebe kranken Kindern und Jugendlichen neue Motivation, sagte die SPD-Politikerin: „Die Kinder erhalten ein Stück Lebensmut.“

Die Organisation nahm 2016 rund 2,9 Millionen Euro an Spenden ein, sie hat 7 angestellte Mitarbeiter sowie rund 30 ehrenamtliche. Pro Kind wird jeweils ein Wunsch erfüllt. Oft fehlt den Eltern das Geld, manchmal sind sie auch nicht in der Lage, die Herzensanliegen ihrer Kinder selbst zu realisieren, etwa weil ihnen die Ansprechpartner fehlen.

Anna trifft Backstreet Boys

Vier Jahre dauerte es, bis die unheilbar kranke Anna ihre Idole, die Backstreet Boys, treffen konnte. Mit 14 Jahren hatte sie sich an die Aktion Kindertraum gewandt. Doch dann trennte sich die US-Boyband. „Anna hat die Hoffnung nicht aufgegeben und gemeint, die kommen schon wieder zusammen“, erzählt Ute Friese. Schließlich gab es tatsächlich noch ein Konzert in Stuttgart, und die mittlerweile 18-Jährige durfte beim Soundcheck dabei sein.

Am schnellsten wurde der Wunsch eines todkranken kleinen Jungen erfüllt, wie Friese erzählte. Er hatte sich einen Rundflug über Hannover gewünscht. Um 11 Uhr kam der Anruf von der Kinderklinik, am gleichen Tag um 15 Uhr hob das Flugzeug am Flughafen Langenhagen ab. Wenige Tage später starb das Kind.

dpa

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