Lessingtheater eröffnet nach sechs Jahren Sanierung

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Wolfenbüttel - In anderen Kommunen werden Theater oder Museen aus Kostengründen geschlossen - nicht in Wolfenbüttel. Dort steht das Lessingtheater nach sechs Jahren Sanierung kurz vor der Neueröffnung.

Nach sechsjähriger Sanierung eröffnet das Lessingtheater in Wolfenbüttel am 24. Mai wieder seine Pforten. Das 1909 eröffnete Haus musste 2007 wegen mangelnden Brandschutzes schließen. Mit bunten Festwochen startet das Theater nun mit einem neuen Konzept. 18,8 Millionen Euro flossen in das Gastspielhaus aus dem Jahr 1909. Das Münsteraner Theater Titanick leitet die Festwochen zur Wiedereröffnung ein - mit einer Show mit den vier Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft.

Bis zum Eröffnungstag müssen allerdings noch Teppiche verlegt, Stühle ausgepackt, und die Gastronomie eingerichtet werden. Blumen sollen dann den Vorplatz schmücken. Von außen ist das im Neoklassizismus und Jugendstil erbaute Haus unverändert geblieben. Im Inneren wurden nach alten Fotos die ursprünglichen Malereien wieder angebracht. „Die Jugendstil-Ornamente wurden mit Schablonen per Hand gemalt“, berichtete Theaterleiterin Alexandra Hupp.

Besucher sollen im Lessingtheater Lesungen, Theater, Ballett, Konzerte, Shows mit Akrobatik oder Percussion-Aufführungen erleben. Das Theater mit 485 Plätzen hat kein eigenes Ensembles. „Das gibt uns viel Freiheit für ein abwechslungsreiches Programm“, sagte Hupp. Während der Sanierungszeit wurden in der Lindenhalle Vorführungen angeboten: „Rund 600 Abonnenten sind uns erhalten geblieben. Die Nachfrage lässt auf weitere Besucher hoffen“, ergänzte sie.

Im Februar 2007 musste Theater aus Gründen des Brandschutzes schließen. Rat und Verwaltung entschieden sich trotz der Finanznöte der Stadt zu einer Sanierung. 2009 erkannte der Bund das Lessingtheater als national wertvolles Kulturdenkmal an und förderte die Bauarbeiten mit 2,4 Millionen Euro. Weitere 2 Millionen Euro steuerte der Landkreis bei, rund 1,5 Millionen kamen von verschiedenen Stiftungen.

Benannt wurde das Theater nach dem berühmten Dichter und Aufklärer Gotthold Ephrahim Lessing. Er lebte von 1770 bis zu seinem Tod 1781 in Wolfenbüttel und leitete dort die inzwischen weltberühmte Herzog August Bibliothek.

dpa

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