Gefährlicher Sicherungsverwahrter einen Tag nach Flucht gefasst

Leipzig - Er gilt als gefährlich. Beim Familienbesuch wurde er deshalb von zwei Justizbeamten begleitet. Dennoch gelang einem Sicherungsverwahrten die Flucht von der Toilette. Einen Tag später sitzt er wieder hinter Gittern.

Einen Tag nach seiner Flucht sitzt ein als gefährlich eingestufter Sicherungsverwahrter der Justizvollzugsanstalt Rosdorf bei Göttingen wieder hinter Gittern. Der am Mittwoch bei einem begleiteten Besuch in Sachsen geflüchtete 53-Jährige sei am Donnerstag in Leipzig festgenommen worden, teilte das niedersächsische Justizministerium mit. Der Mann hatte sich zuvor in einem Krankenhaus zu erkennen gegeben. Als die vom Personal alarmierte Polizei eintraf, ließ er sich widerstandslos festnehmen.

Bei der Flucht handele es sich um eine Art „Klassiker“, sagte die Sprecherin des Justizministeriums, Marika Tödt: „Der Mann ist von einer Toilette entkommen.“ Zwei JVA-Beamte hatten den Sicherungsverwahrten am Mittwoch zu einem Familienbesuch nach Leipzig begleitet. Im Haus seiner Schwester habe der 53-Jährige dann eine Toilette im Untergeschoss aufgesucht, sagte JVA-Leiterin Regina Weichert-Pleuger. Ein Beamter habe den Mann begleitet. Dennoch sei es dem 53-Jährigen gelungen, in dem schwer überschaubaren Teil des Gebäudes zu entkommen. Die Ermittlungen dazu seien noch nicht abgeschlossen, sagte Weichert-Pleuger. Klar sei nur, dass der Mann nicht durch das Toilettenfenster geflüchtet ist.

Der mehrfach verurteilte 53-Jährige hatte zuletzt wegen Vergewaltigung und Körperverletzung neun Jahre im Gefängnis gesessen. Nach Verbüßung der Haft war er 2012 in Sicherungsverwahrung genommen worden, weil die Behörden ihn weiterhin als gefährlich einstuften. Schon 2013 war der Mann einmal nicht von einem Ausgang zurückgekehrt. Bei anschließenden Ausgängen gab es laut Ministerium aber keine Auffälligkeiten. Ob die beiden JVA-Beamten wegen der jüngsten Flucht des 53-Jährigen mit dienstrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, sei noch unklar, sagte Ministeriumssprecherin Tödt.

Dies werde nach Ende der Ermittlungen entschieden. In Niedersachsen befinden sich derzeit (Stand Dezember 2015) insgesamt 46 Personen in Sicherungsverwahrung, 38 davon in einem eigens errichteten Gebäudetrakt in der JVA Rosdorf. Dass Sicherungsverwahrte flüchten sei angesichts von jährlich bis zu 150 begleiteten Ausgängen dieser Personen die absolute Ausnahme, sagte Tödt. Eine konkrete Zahl konnte sie zunächst nicht nennen.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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