In Niedersachsen

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet

Hannover - Die Arbeitslosenquote in Niedersachsen ist 2015 auf ein historisch niedriges Niveau gesunken. 2016 wird sie wieder leicht steigen, wenn die Flüchtlinge sich nach und nach bei den Jobcentern melden - Arbeit gilt als wichtigste Säule für die Integration.

Die Arbeitslosenquote in Niedersachsen könnte nach dem Rekordtief im zu Ende gehenden Jahr 2016 wieder leicht steigen. „Wir rechnen für das kommende Jahr mit einem moderaten Anstieg der Arbeitslosenzahlen“, sagte der Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Arbeitsagentur, Klaus Stietenroth, der Deutschen Presse-Agentur. Zuletzt lag die Arbeitslosenquote in Niedersachsen bei 5,8 Prozent. 2016 wird wegen des Zuzugs von Flüchtlingen ein Anstieg von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten erwartet. Stietenroth betonte, die Arbeitslosigkeit sei auf historisch niedrigem Niveau.

„Wir haben ein stabiles Umfeld und die Beschäftigung steigt weiter.“ Das sei eine sehr gute Ausgangslage für 2016. „Das ist eine sehr große Chance, weil es für die Flüchtlinge einen aufnehmenden Markt gibt“, erklärte der Regionalleiter. Zudem gebe es bei den Arbeitgebern eine große Bereitschaft, sich zu engagieren. Dennoch geht die Arbeitsagentur davon aus, dass es in Niedersachsen und Bremen 11 000 bis 12 000 Arbeitslose mehr durch die Flüchtlinge geben wird. Viele seien bisher bei den Arbeitsagenturen noch gar nicht gemeldet. „Es wird also auf jeden Fall Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt geben, wenn auch überschaubare“, sagte Stietenroth. 2015 habe es in der öffentlichen Wahrnehmung, was der Flüchtlingszuzug für Arbeitsmarkt und Wirtschaft in Deutschland bedeute, eine Wellenbewegung gegeben. „Nach der Sommer-Euphorie über ins Land strömende syrische Ärzte und Ingenieure setzte die Winter-Depression ein, wonach rund 80 Prozent der Flüchtlinge formal nicht qualifiziert sind. Beides ist nicht richtig“, sagte Stietenroth. Viele Flüchtlinge hätten Kompetenzen, die für den deutschen Arbeitsmarkt jedoch noch aufgestockt werden müssten. „Das größte Problem momentan ist die Sprache.“

500 junge Zuwanderer sollen in Niedersachsen in einem Kooperationsprojekt mit den Handwerkskammern und dem Wirtschaftsministerium zu Fachkräften ausgebildet werden. Das könnte auch den Trend abfedern, dass viele Betriebe zunehmend Probleme bei der Suche nach Auszubildenden haben. Obwohl die Politik die Rahmenrichtlinien setze, meinte Stietenroth: „Ein Aussetzen des Mindestlohnes würde ich auf keinen Fall empfehlen, dazu besteht keine Notwendigkeit.“ dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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