„Ich hatte schon Schmerzen“

Lehrerin verbietet Gang zur Toilette – Schüler muss sich einnässen

Eine Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen Lehrerin: Ihr Kind machte sich im Unterricht in die Hose, weil die Lehrerin ihn nicht auf die Toilette gehen ließ.

Korbach – Es ist eine klassische Alptraum-Szene: Weil man es nicht rechtzeitig zur Toilette schafft, macht man sich vor versammelter Mannschaft in die Hose. Ein achtjähriger Schüler im hessischen Korbach musste genau dieses Horrorszenario erleben:. Er nässte sich vor der gesamten Klasse ein – weil seine Lehrerin ihn nicht auf die Toilette gehen ließ.

Kreisstadt in Hessen:Hansestadt Korbach
Landkreis:Waldeck-Frankenberg
Größe:124 km²
Einwohner:23.438

Misshandlung Schutzbefohlener: Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen die Grundschullehrerin

Der Vorfall ist nicht der erste, der an längst vergangene Zeiten eines Schulsystems mit körperlicher Züchtigung und Willkür erinnert. In den USA schnitt eine Lehrerin einem Mädchen Locken ab, woraufhin ihr Vater eine Million Dollar klagte. Für einen weiteren Skandal sorgte ein Lehrer, der eine Schüleirn „unanständig“ nannte, weil sie keinen BH trägt. Der Fall des Jungen, der nicht auf Toilette gelassen wurde, ereignete sich an einer Grundschule im Waldeck-Frankenberg. Wie die hna.de* berichtet, erhebt die erschütterte Mutter den Vorwurf der Verletzung der Fürsorge- und Obhutspflicht und der Misshandlung Schutzbefohlener gegen die Klassenlehrerin ihres achtjährigen Sohnes.

Klassenlehrerin ignorierte den Schüler, bis er sich vor versammelter Mannschaft in die Hose machte

Der Kleine habe sich mehrmals gemeldet, die Lehrerin habe aber die Bitte ihres Sohnes, auf die Toilette gehen zu dürfen, solange ignoriert, bis er sich einnässte. Mit klitschnasser Hose sei er dann vor die Tür geschickt worden, um alleine vor der Schule auf seine Mutter zu warten.

Obwohl er sich mehrfach meldete, ließ seiner Lehrerin den Schüler nicht zur Toilette gehen. (Symbolbild)

„Mal gucken, wie lange er es aushält und wann er in die Hose macht“: Klassenlehrerin provoziert Pipi-Unfall

Und obwohl, wie an Hamburgs Schulen, wo Lehrkräfte mit Corona-Regeln überfordert sind, auch Lehrer hin und wieder an ihre Grenzen stoßen, sei das Verhalten der Lehrerin unentschuldbar. Ihr Sohn habe mehrfach gefragt, ob er auf Toilette gehen dürfe. „Davon war sie genervt. Aber sie hätte doch nur sagen müssen, geh doch einfach.“ Aber anstatt das zu tun, habe die Klassenlehrerin sogar zu ihrer Kollegin gesagt: „Mal gucken, wie lange er es aushält und wann er in die Hose macht.“ Die Mutter ist erschüttert: „Die Lehrerin hatte es darauf angelegt, dass er in die Hose macht.“

Achtjähriger berichtet: „Ich hatte schon Schmerzen“ – dann nässt er sich ein

Als die 29-jährige Korbacherin von der Schule angerufen wird, sie solle ihren Sohn abholen, sei sie irritiert gewesen. Was sie sah, als sie dort ankam, zerriss ihr das Herz: „Er saß vor der Schule in der Kälte, ganz allein und seine Hose war nass“, erzählt die Mutter. Als sie den Achtjährigen fragt, was geschehen sei, berichtet dieser, das seine Bitten, auf Toilette gehen zu dürfen, einfach ignoriert wurden: „Ich hatte schon Schmerzen unten, ich habe dann mit einem Weinen noch mal gefragt und dann ist es gelaufen.“

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Eingenässt vor der ganzen Klasse: Traumatische Situation für den Schüler

Dass es ein psychisches Trauma für Schüler bedeutet, wenn Lehrer den Gang zur Toilette verbieten*, darüber sind sich die Experten einig. Und ein Kind mit nasser Hose in der Schule vor die Tür zu schicken, kommt einer Bestrafung gleich, weiß auch Jesper Juul, dänischer Familientherapeut und Bestsellerautor. Auch die Korbacher Mutter berichtet, dass ihr Sohn die Schuld bei sich sucht. „Seit diesem Tag hat er immer sein Kuscheltier bei sich. Er hat mich auch gefragt, ob er eine Windel bekommen kann.“ Sie habe unendlich viel Aufbauarbeit leisten müssen.

Mutter will rechtliche Schritte einleiten und schaltet Anti-Mobbing-Trainer ein

Nun überlegt die Mutter, rechtliche Schritte einzuleiten und hat den prominenten Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl eingeschaltet. Was der Schauspieler und Initiator der die bundesweiten Aktion „Stoppt Mobbing“ hört, entsetzt ihn. Er spricht von Körperverletzung und Misshandlung eines Schutzbefohlenen sowie von Demütigung und Erniedrigung der Würde eines Kindes: „Wir fordern hier sofortige personelle Konsequenzen von den Verantwortlichen im zuständigen Schulamt und im Bildungsministerium sowie eine Entschuldigung dieser Lehrkraft gegenüber den Eltern und des achtjährigen kleinen Jungen“, so Stahl gegenüber hna.de.

Brief an die Mutter: Schule räumt Versäumnisse ein

Wie die Zeitung berichtet, reagierte die Schule mit einem Brief an die Mutter, in dem die Schulleitung zumindest einen Teil der Vorwürfe einräumt. Die Kinder dürfen üblicherweise ohne zu fragen auf die Toilette gehen, heißt es. Warum die Bitte des Achtjährigen ignoriert worden ist, sei unklar. Auch das angeordnete Warten des Kindes in der Kälte sei inakzeptabel.

Beschwerdeverfahren nach Pipi-Vorfall in der Schule inzwischen abgeschlossen

Inzwischen ist das Beschwerdeverfahren laut Staatlichem Schulamt abgeschlossen. Es seien mit allen Beteiligten Gespräche geführt worden. Es stehe fest, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen dürfe. „Hierfür erforderliche und geeignete Maßnahmen“ seien bereits ergriffen worden. „Nunmehr müssen die weitere erfolgreiche Beschulung des Schülers und seine diesbezüglichen Belange in den Vordergrund rücken“, schließt das Schulamt. Versöhnliche Worte. Doch der Achtjährige wird seinen persönlichen Alptraum sicher sein Leben lang nicht vergessen. * 24hamburg.de, hna.de, 24vita.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Inga Kjer/dpa

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