Wegen „Haar-Diskriminierung“

Lehrerin schneidet Mädchen Locken ab: Vater klagt auf eine Million Dollar

Vater verklagt Schule seiner Tochter auf eine Million Dollar. Eine Lehrerin schnitt der Siebenjährigen die Locken ab – und kassiert Diskriminierungsvorwürfe.

Mount Pleasant/Michigan – Das könnte der teuerste Haarschnitt der Welt werden: Auf eine Million Dollar hat der Vater eines siebenjährigen Mädchens aus Michigan den Schulbezirk, eine Lehrerin und ihre Assistentin verklagt. Grund: Eine Lehrerin hatte dem Mädchen die Locken abgeschnitten – ohne Erlaubnis der Eltern. Der Vater wirft der Schule und den Angestellten „Diskriminierung einer Person aufgrund einer Frisur“ vor.

Bundesstaat der Vereinigten Staaten:Michigan
Hauptstadt:Lansing
Einwohner:9,987 Millionen (2019)
Fläche:250.494 km², davon 103.372 km² Wasser
Beiname:Great Lakes State

Wegen „Haar-Diskriminierung“: Vater verklagt Grundschule auf eine Million Dollar

Als Jimmy Hoffmeyers Tochter Jurnee im Frühjahr diesen Jahres mit einer etwas seltsamen Frisur aus ihrer Schule in Mount Pleasant im US-Bundesstaat Michigan nach Hause kommt, fragt er sie, was auf der einen Seite ihrer Haare passiert sei. Das kleine Mädchen erzählte ihrem Vater, dass ein anderes Mädchen im Schulbus ihr unerlaubt die Locken abgeschnitten habe.

Daddy ging daraufhin mit seiner Tochter zum Friseur, um den Haarschnitt symmetrisch angleichen zu lassen. Doch schon ein paar Tage später kam die Siebenjährige mit fast vollständig abgeschnittenen Locken nach Hause, wie die „Washington Post“ berichtet. Vater Jimmy Hoffmeyer ist schwarz und musste wie HSV-Coach Thioune Rassismus-Erfahrungen machen musste, die Mutter der Kleinen ist eine weiße Frau – in den Gerichtsakten zum Fall wird die kleine Jurnee als „schwarz“ geführt. Ein wesentlicher Fakt für die Diskrimierungsvorwürfe.

Ein Mitschüler und ein Lehrer schnitten der kleinen Jurnee Hoffmeyer einfach die Locken ab.

Weiße Lehrerin schnitt dem Mädchen einfach die Locken ab – Vater klagt

Doch dieses Mal war es keine freche Mitschülerin, die dem Mädchen die Haare gestutzt hatte. Eine Bibliothekslehrerin habe sich einfach eigenmächtig an Jurnees Locken zu schaffen gemacht und sie radikal bis auf wenige Zentimeter gekürzt. Das berichtet die Kleine ihrem Vater. Und so heißt es nun in der Klageschrift: Die Assistenten der Lehrerin war bei der übergriffigen, unfreiwilligen Schnippelei entweder beteiligt oder habe nicht eingegriffen.

Jetzt verklagt Hoffmeyer die beiden Angestellten der Ganiard-Grundschule sowie den kompletten Schulbezirk auf eine Million Dollar. Das geht aus der Klage hervor, die beim Bundesgericht in Michigan eingereicht wurde. Der Vorwurf der Klageschrift: Die „Mount Pleasant Public Schools“ bilde ihre Mitarbeiter nicht ordnungsgemäß aus, überwache und diszipliniere sie nicht. Gerade erst hatte ein anderer Vater eine Schule hart angeklagt, weil seine Tochter nachsitzen musste. Immerhin: Die harte Bestrafung traf dort Schüler aller Hautfarben.

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Eine-Million-Dollar-Klage: „Diskriminierung einer Person aufgrund einer Frisur“

Vater Hoffmeyer sallerdings ist sicher: Der unfreiwille Haarschnitt war ein rassistischer Akt. Er sagte gegenüber „MLive“, das übergriffige Handeln der Lehrer zeige außerdem, dass es dringend eines Gesetzes bedürfe, „um klarzustellen, dass die Diskriminierung einer Person aufgrund einer Frisur, die nicht den vorherrschenden kulturellen Standards entspricht, eine Diskriminierung aufgrund der Rasse ist“. Diskriminierung ist weltweit ein Thema, das gerade erst wieder durch den Facebook-Algorithmus, bei dem künstliche Intelligenz schwarze Menschen für Affen hielt in die Schlagzeilen geriet. In Deutschland sorgten Rassismus-Vorwürfe an einer Schule, die eine Klasse nur aus Kindern mit Migrationshintergrund gebildet hatte, für Empörung.

Vater fordert „CROWN Act“ für Michigan: Das Gesetz gegen „Haardiskriminierung“

Um der rassistischen „Haar-Diskriminierung“, die seine Tochter traf, ein Ende zu bereiten, fordert Jurnees Vater nun die Verabschiedung des CROWN Act-Gesetzes auch in Michigan, ein Erlass, der eine Diskriminierung aufgrund der Frisur oder Haarbeschaffenheit verbietet. Das CROWN-Gesetz („Create a Respectful and Open World for Natural Hair“ ) wurde zuerst am 27. Juni 2019 in Kalifornien verabschiedet, viele Bundesstaaten folgten. Inzwischen gilt das Gesetz bereits in 14 Bundesstaaten, nun ist auch für Michigan die Gesetzesvorlage eingereicht. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christina Laster/GoFundMe

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