Staatsanwaltschaft ermittelt

Falsche Rezepte: Lehrerin soll Hunderttausende Euro ergaunert haben

Osnabrück - Mit gefälschten Rezepten für Medikamente soll sich eine Lehrerin aus Osnabrück mehrere Hunderttausend Euro von der Beihilfestelle des Landes Niedersachsen erschlichen haben. Gegen die 64-Jährige werde wegen gewerbsmäßigen Betruges und Urkundenfälschung ermittelt.

Dies teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück am Freitag mit. Allein im noch nicht verjährten Zeitraum von fünf Jahren habe die Realschullehrerin mindestens 399.000 Euro ergaunert. Möglicherweise habe sie mit der Masche sogar zehn Jahre lang betrogen, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. Nur wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes komme die Frau nicht in Untersuchungshaft. 

Die Lehrerin habe nach den bisherigen Erkenntnissen mit Original-Rezepten mehrerer Ärzte wohl tatsächlich Medikamente gekauft, sagte der Oberstaatsanwalt. Anschließend habe sie die Rezepte verfälscht und zur Erstattung überhöhter Beträge beim Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV) eingereicht. Auf diese Weise soll sie monatlich bis zu 9.000 Euro ergaunert haben. 

Bei der Durchsuchung des luxuriös eingerichteten Hauses der Frau stellten die Ermittler erhebliche Vermögenswerte sicher. Damit solle ein Teil des Schadens ausgeglichen werden, sagte Retemeyer. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass die 64-Jährige noch kurz vor der Durchsuchung große Vermögenswerte per Übertragung an Dritte beiseite schaffen wollte. 

Die Betrügereien seien aufgefallen, weil NLBV-Mitarbeiter wegen der hohen Arznei-Rechnungen misstrauisch geworden seien, sagte der Oberstaatsanwalt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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