Zur Förderung der Kreativität

Lego will Spielzeug genderneutral machen: Legosteine ohne Klischees

Lego hat ein Ziel: Das Unternehmen will auf genderneutrales Spielzeug setzen. Steine und Logo-Sets nicht mehr nach „für Mädchen“ und „für Jungs“ getrennt werden.

Billund, Dänemark – Noch immer werden Kinder in ihrer Erziehung mit Gendersterotypen konfrontiert. Eine aktuelle Studie des „Geena Davis Instituts on Gender in Media“ belegt die Annahme: Rund 71 Prozent der befragten Jungen würden Spott fürchten, wenn sie mit „Mädchenspielzeug“ spielen würden. Die Konsequenz: Der große Spielzeughersteller Lego will zukünftig auf sämtliche Geschlechterklischees verzichten. Sowohl in der Produktion als auch im Marketing wird der dänische Hersteller seine Strategie grundlegend anpassen. Was steckt hinter dieser Entscheidung?

Unternehmen:LEGO A/S
Gründer:Ole Kirk Christiansen
Gründung:10. August 1932, Billund, Dänemark
Hauptsitz:Billund, Dänemark

Zur Förderung der Kreativität: Lego möchte Spielsteine von Geschlechterklischees befreien

Es war Montag, der 11. Oktober (Internationaler Mädchentag), als Lego sein Vorhaben verkündete: „Das Unternehmen setzt sich dafür ein, Lego-Spiele inklusiver zu machen und sicherzustellen, dass die kreativen Ambitionen von Kindern – beides in Zukunft – nicht durch Geschlechterstereotypen eingeschränkt werden.“ Nachdem Spielzeuge aufgrund von Rassismus-Vorwürfen an den Prager gestellt worden waren, stehen nun auch die Lego-Steine auf dem Prüfstand. Konkret bedeutetet die Konsequenz, dass die Spielzeuge nicht mehr nach Geschlechtern kategorisiert werden. Wie der amerikanische Nachrichtendienst NPR auf ihrer Homepage berichtet, zählen beim Lego-Kauf fortan vielmehr die Faktoren Alter, Interessen und Themen.

Ausschlaggebend hierfür war die Studie des „Geena Davis Instituts“. Die Einrichtung, die ihren thematischen Schwerpunkt auf die mediale Darstellung von Geschlechtertypen setzt, führte die Umfrage anlässlich des Internationalen Mädchentags durch. Rund 7.000 Kinder und ihre Eltern aus den USA, Großbritannien, China, Japan, Tschechien, Polen und Russland nahmen an der Befragung teil.

Gender-Debatte bei Lego: Laut Studie haben Gender-Stereotype massiven Einfluss auf Entwicklung der Kinder

Die Geschlechterklischees würden den Kindern buchstäblich Steine in den Weg legen, so das Ergebnis der Studie. Demzufolge würde das Spielzeug sowohl auf die Einstellung zum Spielen als auch auf die spätere Jobsuche einwirken. Lego sei an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt. Im Zuge der Gender-Debatte setzt bereits die Bundeswehr auf eine gendergerechte Sprache und auch in Hamburgs Behörden wird mittlerweile gegendert*.

Lego möchte in Zukunft nicht mehr zwischen Spielzeug für Jungen und Mädchen unterscheiden. (Symbolbild)

Darum ist es für den Spielzeug-Hersteller aus Dänemark wichtig, ebenfalls ein klares Zeichen zu setzen: „Die Vorteile des kreativen Spielens wie Selbstvertrauen, Kreativität und Kommunikationsfähigkeit werden von allen Kindern gespürt und dennoch erleben wir immer noch uralte Stereotypen, die Aktivitäten als nur für ein bestimmtes Geschlecht geeignet bezeichnen.“ Weiter heißt es: „Bei der LEGO Group wissen wir, dass wir eine Rolle spielen müssen, um dies zu korrigieren.“ Eine Ansicht, die Politikjournalist Heiner Bremer wohl nicht gefällt. Bremer rechnete vor Kurzem bereits mit der Debatte um die Gender-Sprache ab.

Genderneutrales Lego: Viel weniger Mädchen als Jungs spielen mit Lego – auch weil sie sich im Spiel nicht wiederfinden

Grund zum Handeln liefert die Studie des von der Schauspielerin Geena Davis gegründeten Forschungsinstituts: Die eingeschriebenen Geschlechterklischees würden Jungen und Mädchen zu Aktivitäten und zukünftigen Berufen motivieren. Für die Mädchen seien es etwa kognitive und künstlerische Aktivitäten, die sie in Zukunft begeistern sollten. Bei den Jungen sind es hingegen häufig körperliche Aktivitäten.

Im Zuge dessen kommt es also nicht von ungefähr, dass die bei der Studie befragten Eltern den Beruf des Wissenschaftlers sechsmal häufiger Männern als Frauen zuschreiben. Dass das Spiel mit den Lego-Steinen selbst bereits geschlechtsspezifisch zu sein scheint, zeigt eine weitere Statistik: 76 Prozent der Eltern gaben an, dass sie es geschafft haben, ihren Sohn für das Lego-Spielen begeistern zu können. Bei ihren Töchtern sind es aber nur 24 Prozent.

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Geschäfte in USA fordern in Spielzeugabteilungen eine „angemessene Auswahl“

„Mädchen sind bereit für die Welt, aber die Gesellschaft ist noch nicht ganz bereit, ihr Wachstum durch Spiel zu unterstützen“, sagt Julia Goldin, Produktmanagerin bei Lego. Die Einführung von genderneutralen Spielzeug soll nun der erste Schritt sein. Lego folgt mit seiner Erklärung dem Erlass vom kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom. Nach Berichten von NPR sollen dann ab 2024 Einzelhändler nur noch geschlechtsneutrale Spielzeugabteilungen haben. Das Gesetz verlange eine „angemessene Auswahl“ an Spielzeug. Halten sich die Geschäfte nicht dran, drohen Geldstrafen: 250 US-Dollar beim ersten Verstoß, bis zu 500 US-Dollar beim zweiten Mal. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Jens Kalaene/dpa und Stephanie Pilick/dpa

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