Galeristin aus Leer ermordet

Prozess um Tod von Millionärin: Angeklagter äußert sich nicht

Aurich - Nach dem gewaltsamen Tod einer Galeristin aus dem ostfriesischen Leer steht seit Dienstag ein 55 Jahre alter Mann wegen Totschlags vor dem Landgericht Aurich.

Er soll seine Vermieterin im Oktober bei einem Streit in ihrem Galerie-Café getötet und die Leiche in ein Waldstück in Seevetal nahe Hamburg gebracht haben. 

Der erste Prozesstag war nach dem Verlesen der Anklage schon nach zehn Minuten zu Ende, weil der Mann sich nicht zu den Vorwürfen äußern wollte. Die Fahrt nach Hamburg hatte der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft eingeräumt, die Tötung der Frau jedoch bestritten. 

Leiche erst Monate später gefunden 

Das Schicksal der verschwundenen Millionärin gab über Monate hinweg Rätsel auf. Ein Verdächtiger kam zwar bald in Haft, doch erst der Fund der Frauenleiche brachte wieder Bewegung in den Fall.

Die Leiche war erst im März entdeckt worden. Vorausgegangen waren mehrere erfolglose Suchaktionen der Polizei an der Ems in Ostfriesland und an der Autobahn zwischen Hamburg und Bremen.

Mit einem Messer soll der Mann die Halsschlagader durchtrennt und dann mit einem Hocker geschlagen haben, heißt es in der Anklage. Das Opfer starb nach massivem Blutverlust. Die Ermittler gingen wegen der Blutspuren in dem Galerie-Café früh von einem Gewaltverbrechen aus. Auch in dem Wagen der Frau, der in Hamburg an einem ihrer Grundstücke geparkt war, fanden sich Blutspuren.

Mitte November nahm die Polizei den Verdächtigen fest, der als Mieter in einem Haus in Leer wohnte. Er bestritt die Tat und nannte nur den ungefähren Ort, an dem er die Leiche versteckt haben wollte. Dort wurde sie Anfang März unter Grünabfällen entdeckt.

Lebenslange Haft möglich 

Totschlag wird mit einer Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren bestraft. Bei besonders schweren Fällen ist auch die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe möglich. In weniger schweren Fällen liegt der Strafrahmen bei einem bis zu zehn Jahren.

Das Gericht hat sich auf einen umfangreichen Indizienprozess eingestellt. Bislang sind 32 Verhandlungstage angesetzt. Das Verfahren wird am Montag, 8. Mai, fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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