Nach Wollepark-Räumung keine Hilfe angenommen

Lebensgefährte fand getötete Obdachlose aus Delmenhorst

Delmenhorst - Mit Bestürzung haben Hilfsorganisationen auf den gewaltsamen Tod einer obdachlosen Frau in Delmenhorst reagiert. "Es ist schlimm, dass so etwas passiert ist. Das ist ein tragischer Fall", sagte der Sprecher des Diakonischen Werks in Oldenburg, Frerk Hinrichs, am Mittwoch.

Stadt, Diakonie und andere Hilfsorganisationen hätten den Bewohnern der beiden heruntergekommenen Häuser im Brennpunktviertel Wollepark Hilfe angeboten. "Alle konnten die verschiedenen Angebote annehmen", sagte er. 

Warum die Frau, die nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft durch die Räumung der beiden Wohnblocks obdachlos wurde, keine Hilfe annahm, ist unklar. "Es gibt offensichtlich Menschen, die Hilfe ausschlagen", so Hinrichs. 

Die tote 51-Jährige war am Samstag in einer Garage auf dem Gelände eines früheren Rangierbahnhofs in Delmenhorst gefunden worden. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte sie dort mit ihrem 29 Jahre alten Lebensgefährten gehaust, nachdem das Paar ihre Wohnung im Wollepark Ende Oktober verlassen musste. 

Die Frau war schwer misshandelt worden und an den Verletzungen gestorben. Einen Tatverdacht gegen den 29-Jährigen gebe es nicht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Torben Tölle. 

Die Stadt Delmenhorst hatte die beiden heruntergekommenen Hochhäuser zum 1. November für unbewohnbar erklärt, geräumt und verriegelt. Die Sprecher der Stadt waren am Mittwoch zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Rubriklistenbild: © Günther Richter

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