Bremen steht noch schlechter da

Niedersachsen verdienen weniger als andere Deutsche

Hannover – Beim Verdienst hinken die Beschäftigten in Niedersachsen den Arbeitnehmern in vielen anderen Bundesländern weiter hinterher. Vollzeitbeschäftigte im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich erzielten im Jahr 2016 im Durchschnitt einen Bruttoverdienst in Höhe 45.576 Euro.

Im bundesweiten Mittel erzielten die Beschäftigten dagegen 48.936 oder 3360 Euro mehr. Das geht aus einem Ländervergleich hervor, den das Landesamt für Statistik (LSN) im aktuellen Niedersachsen-Monitor veröffentlicht hat.

Die durchschnittlich höchsten Bruttoverdienste hatten die Beschäftigten in Hamburg (55.155 Euro) und Hessen (54.813). Die Bremer brachten es auf 49.523 Euro. Die niedrigsten Bruttoverdienste gab es in Thüringen (37.075) und Sachsen-Anhalt (38.340 Euro im Jahr).

Zuwächse ebenfalls auf niedrigem Niveau

Beim Verdienstzuwachs im Vergleich zu 2015 schneiden die Arbeitnehmer in Niedersachsen im Bundesvergleich ebenfalls nicht besonders gut ab. Während der Bruttoverdienst deutschlandweit um durchschnittlich 1184 Euro oder 2,5 Prozent stieg, waren es in Niedersachsen nur 795 Euro oder 1,8 Prozent.

Für das vergleichsweise niedrige Lohnniveau in Niedersachsen sieht das Wirtschaftsministeriums in Hannover eine Reihe von Gründen. „Der größte Teil der Landesfläche gehört zum ländlichen Raum ohne großstädtische Ballungsräume“, sagte Sprecher Eike Frenzel. „Im regionalen Branchenmix sind Hochlohnbranchen unterrepräsentiert, Branchen mit niedrigen Löhnen dagegen überrepräsentiert.“ Zudem liege der Anteil der Beschäftigten mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss unter dem Bundesdurchschnitt.

Hochlohnbranchen woanders angesiedelt

Die Hochlohnbranchen konzentrieren sich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums auf die Bundesländer Hamburg, Hessen (Finanz- und Versicherungsdienstleister, chemischen und pharmazeutischen Industrie), Baden-Württemberg (Automobil- und Maschinenbau) und Bayern (Automobilbau, Informations- und Kommunikationstechnik).

Das Einkommen alleine sage aber noch nichts darüber aus, was man sich in einer Region davon leisten kann, sagte der Ministeriumssprecher. „Auch wenn viele Produkte und Dienstleistungen überall in Deutschland gleich viel kosten, gibt es zum Beispiel bei Mieten erhebliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Regionen.“

Regionale Preisunterschiede führten insofern „zu einem gewissen Ausgleich der Einkommensunterschiede“, sagte Frenzel. Zudem habe Niedersachsen seit 2010 nach Brandenburg, Hessen, Baden-Württemberg den niedrigsten Anstieg der Verbraucherpreise aller Bundesländer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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