Kommentar

Lass‘ et, Laschet: Warum die Ampel für den CDU-Chef endlich „Rot“ zeigen sollte

Was macht dieser Mann nur? Armin Laschet tritt vor die Presse, eiert rum – und tritt nicht zurück. Zumindest noch nicht. Sollte er aber bald. Ein Kommentar.

Berlin – Irgendwie würde er ja gut als Held einer Komödie ins Bild passen. Wobei: mehr Komödie als Held. Denn so richtig heldenhaft ist das, was Armin Laschet dieser Tage in und um Berlin so macht und dabei von sich gibt, nicht. Es sind eher Momente, in denen es etwas zu lachen gibt. Weil man den Vorsitzenden der CDU und sein Auftreten eigentlich bereits seit der Bundestagswahl nicht mehr ernst nehmen kann. Lustig allerdings ist das Ganze irgendwie dann auch nicht.

Es sind eher Momente, wo man sich vor Fremdscham ein entgeistertes oder wahlweise auch bemitleidendes Grinsen nicht verkneifen kann. Andererseits aber nur noch die Hände vorm Gesicht zusammenschlagen oder aber den Kopf schütteln kann. Und sich die Frage stellt: Was will er eigentlich, dieser Armin Laschet? Und weiß er das überhaupt selbst?

Deutscher Politiker:Armin Laschet
Geboren:18. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Aachen
Partei:Christlich Demokratische Union (CDU)
Ehepartnerin:Susanne Laschet (verh. 1985)

Armin Laschet: Schon der Auftritt des CDU-Chefs am Abend der Bundestagswahl 2021 war peinlich

Am Abend der Bundestagswahl 2021 war das am 26. September 2021 zumindest noch halbwegs klar: da wollte der Armin aus Aachen noch Kanzler werden. Klar, warum nicht. Wer Politik macht und sich zur Wahl aufstellt, der will sie dann ja auch gewinnen. Nur: die Wähler wollen das nicht. Zumindest nicht bei Armin L. aus A. Der hat mit der CDU an diesem besagten Wahltag das historisch schlechteste CDU-Ergebnis eingefahren.

Er klebt an seinem Stuhl: CDU-Chef Armin Laschet will (noch) nicht zurücktreten.

Und Armin Laschet? Dem ist das egal. Er fabulierte an jenem Sonntag über seine Kanzlerträume, obwohl ihm eine große Zahl der Wähler gezeigt hat, dass es für sie ein Albtraum ist, wenn der Armin aus Aachen demnächst mitten in Berlin durch das Bundeskanzleramt geistert. Aber was interessiert das schon einen Laschet? Der macht sich seine Welt, wie sie ihm gefällt – ist dabei aber nicht ganz so unterhaltsam wie Pippi Langstrumpf.

Armin Laschet: Markus Söder erteilt Jamaika-Koalition Absage – wann zeigt die Ampel für Laschet „Rot“

Die Parallelen zwischen beiden gibt es allerdings doch: Astrid Lindgrens Heldin ist ein Kind. Und Armin Laschet benimmt sich wie ein Kind. Eines, das ziemlich trotzig ist. Nicht kapieren will, nicht akzeptieren will, dass Dinge auch mal anders sind als in seiner Wahrnehmung. Am Wahlabend irrte Laschet durch die „Berliner Runde“, in der er an seinem Wunsch, Bundeskanzler werden zu wollen, so vehement festhielt, wie damals schon Gerhard Schröder, als er gegen Angela Merkel verlor. Aber die Politik ist nun mal kein Wunschkonzert, in dem Armin Laschet bestimmt, wer die erste Geige spielt.

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Die spielt er zumindest bei der CDU immer noch. Allerdings mit ziemlich schiefen Tönen. In Sachen Kanzler stehen die Zeichen eher auf Olaf Scholz (SPD) und einer Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP, die derzeit gemeinsam Sondierungsgespräche führen. Mit einer Jamaika-Koalition, der Markus Söder eine Absage erteilt, wird es wohl eher nichts. Auch wenn der kindische Armin aus Aachen diese Farbkombination viel schöner findet als die „Ampel“. Apropos Ampel: Die sollte auch in der CDU für Armin Laschet langsam aber sicher mal „Rot“ zeigen. Niederlagen muss man akzeptieren. Und dafür gerade stehen.

Armin Laschet: Der CDU-Chef hat die Rücktritts-Chance längst verpasst – es wird langsam Zeit für seinen Abschied

Wer als Kanzlerkandidat ganz oben an der Spitze steht, der hat dann eben auch seinen Anteil am Absturz. Selbst, wenn Armin Laschet das nicht wahrhaben will, den Weg für einen Neuanfang in der CDU nicht freimachen will. Noch nicht. Er hat zwar seine Bereitschaft zum Rücktritt erklärt. Mehr aber nicht. Und das ist wieder einmal zu wenig. Er hat am Abend der Bundestagswahl die Chance gehabt, zurückzutreten. Es wäre konsequent gewesen. Er hat‘s sein lassen.

Er hat sie danach gehabt. Er will sie nur einfach nicht nutzen, dieser Trotzkopf aus Aachen. Dabei kann man ihm eigentlich, angelehnt an den Dialekt seiner Heimat, inzwischen nur noch eines zurufen: Lass‘ et, Laschet! Die angedeutete CDU-Neuaufstellung funktioniert nur ohne ihn. Oder wie es – vor allem im hohen Norden – in einer Redensart doch so schön heißt: Der Fisch stinkt vom Kopf. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Polictical-Moments/imago

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