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Langeoog: Nordseeinsel trotz Abbruchkante weiterhin mit Trinkwasser versorgt

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Von: Andree Wächter

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Eine Abbruchkante zieht sich über Langeoog. Experten sagen: Alles geplant und die lebenswichtige Süßwasserlinse sei nicht betroffen.

Langeoog. Lange Spaziergänge im Wattenmeer und der frische Wind um die Nase – so lässt sich ein Urlaub an der Nordsee auf den Ostfriesischen Inseln aushalten. Dies gilt auch für die Zeit von Zeugnis- und Winterferien. Nun haben die ersten leichten Sturmfluten dieses Winters erste Zeichen hinterlassen. Es zieht sich eine rund 500 Meter lange Abbruchkante über den Strand vor den Schutzdünen am Langeooger Pirolatal.

InselgruppeOstfriesische Inseln
Anzahl Inselnsieben
Anzahl Sandplatten8, davon 2 untergegangen, der Rest unbewohnt
Einwohner Langeoogca. 1800 (Stand 2020)

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gibt in einer Mitteilung am Freitag aber Entwarnung. Eine Gefahr für Langeoog und die lebenswichtige Süßwasserlinse im Inselinneren, die das Trinkwasserreservoir bildet, bestehe nicht. Die Abbruchkante sei vielmehr ein zu erwartendes Ergebnis nach den letzten Sandaufspülungen am Strand vor den Dünen.

„Das 2020 eingebaute Depot opfert sich sprichwörtlich für die eigentliche Düne und verliert deshalb in Sturmfluten laufend an Breite. Genau dieser Effekt ist geplant – Strandaufspülungen haben immer eine begrenzte, schwer vorhersagbare Halbwertszeit“, teilte Frank Thorenz, Leiter der – für den Inselschutz zuständigen – NLWKN-Betriebsstelle in Norden mit.

Das 2020 eingebaute Depot opfert sich

Frank Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle in Norden

Das Sanddepot verhindere so Abbrüche an den dahinterliegenden Schutzdünen und werde mit jeder Sturmflut schmaler. Wann eine neue Strandaufspülung erforderlich sei, hänge vom Sturmflutgeschehen im Winter ab, sagte Thorenz. In nächster Zeit sehen die Küstenschützer erneut Handlungsbedarf.

Bereits Anfang des Jahres gab es bereits Berichte über leichte Sturmfluten vor Langeoog. Damals gab es einen sichtbaren Sandverlust am Strand vor den sogenannten Pirolataldünen. Es habe aber keine Abbrüche an den Dünen selbst gegeben, teilte ein Sprecher des NLWKN in der ersten Januarwoche mit.

Sturmfluten nichts ungewöhnliches auf Langeoog

Sandverluste auf den Inseln seien im Winterhalbjahr bei Sturmfluten nichts Ungewöhnliches, sagte der NLKWN-Sprecher. In der Regel wird der fehlende Sand mit Sandaufspülungen im Sommerhalbjahr wieder ausgeglichen. Die Aufspülungen dienen als Verschleißkörper, um die Dünen und damit das Inselinnere zu sichern. Auf Langeoog wurde der Strand und das Sanddepot vor den Dünen zuletzt 2020 aufgespült.

Laut Langeoogs Inselbürgermeisterin Heike Horn (parteilos) hat sich durch den Sandverlust eine Abbruchkante des Strandes, die ohnehin bereits vor dem Pirolatal gewesen sei, nun näher zu den Dünen verschoben. Grund zur Beunruhigung gebe es für die Insulaner aber nicht. „Wir hoffen natürlich immer, dass die Sandverluste bei Sturmfluten so gering wie möglich ausfallen.“

Sichtbare Sandverluste am Strand von Langeoog. Durch die Sturmfluten hat sich eine neue Abbruchkante gebildet.
Sichtbare Sandverluste am Strand von Langeoog. Durch die Sturmfluten hat sich eine neue Abbruchkante gebildet. © Klaus Kremer/Langeoog News/dpa/Archivbild

Der Landesbetrieb, der auf den Inseln für den Küstenschutz zuständig ist, überwacht die Situation an den Stränden und Dünen. Dafür setzen die Experten satellitengestützte Vermessungsgeräte und Drohnen ein. Die aktuelle Entwicklung des Sanddepots, des Strandes und der Düne auf Langeoog werde laufend analysiert, teilte der NLWKN mit.

Das Wetter im Winter wirbelt auch den Fährfahrplan durcheinander. Für das Zeugnis- und Winterferien-Wochenende gibt es eine Unwettermeldung und Sturmflutwarnung. Ein Großteil der Fährverbindungen wurden abgesagt. Am Samstag sollen nur noch zwei Fähren fahren, um 8.15 Uhr und um 10.15 Uhr ab Langeoog. In Bensersiel legen die Fähren um 9.30 Uhr und 11.30 Uhr ab.

Am Sonntag verlassen die Fähren Langeoog um 11.15, 14.15 und 17.30 Uhr. In Bensersiel starten sie um 13.30 Uhr und 17 Uhr. Änderungen sind immer möglich.  (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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