Wattenrat Ostfriesland: "Ein Unding"

Langeoog: Zum Ende der Brutzeit ein Feuerwerk?

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Langeoog  - "Endspurt im Brutgeschäft" heißt es derzeit in der Vogelwelt - unter diesem Titel steht auch eine ornithologische Beobachtungstour auf der ostfriesischen Insel Langeoog am Samstag. Doch einen Tag später müssen etliche Tiere auf der ostfriesischen Insel Langeoog ihre Köpfe tief einziehen: Zum traditionellen Abschluss des "Dörpfest" der Insulaner soll es ordentlich krachen - bei einem Feuerwerk ganz knapp außerhalb der Nationalparkgrenzen.

"Ein Unding", kritisiert der Wattenrat Ostfriesland, "ein Höhenfeuerwerk wirkt als Störung weit in die Flächen des Großschutzgebietes hinein". Das Strandfeuerwerk am Sonntagabend ist nur einen Steinwurf außerhalb der Grenzen des Schutzgebietes und des "Weltnaturerbes" geplant. Damit greifen zwar die Verbote des Nationalparkgesetzes nicht. "Die Störungen lösen aber bei Brut- oder Zugvögeln, die bereits auf der Insel Station machen, durch Explosions- und Lichteffekte enorme Panik aus", sagte Manfred Knake vom Wattenrat. Die Tiere würden orientierungslos. 

Wissenschaftliche Untersuchungen gingen zudem von einer Störwirkung von mehreren Kilometern aus. Das mutwillige Beunruhigen streng geschützter Tiere sei nach dem Bundesnaturschutzgesetz auch außerhalb von Schutzgebieten verboten und könne bestraft werden, sagte Knake. Das Bundesnaturschutzgesetz sehe für derartige Veranstaltungen vorherige Verträglichkeitsprüfungen vor. 

Langeoogs Bürgermeister Uwe Garrels (parteilos) räumt eine Störung durch das Spektakel ein, verteidigte die Veranstaltung aber auch: "Der Gemeinderat hat zugestimmt, der Landkreis als Untere Naturschutzbehörde und die Nationalparkverwaltung haben dies bestätigt", sagte Garrels. Beide Behörde seien zwar nicht begeistert, hätten aber auch keinen Grund für ein Verbot gesehen. 

Dabei appelliert die Nationalparkverwaltung in jedem Jahr zu Silvester, auch im Umfeld des Nationalparks mit Rücksicht auf die Tierwelt auf Feuerwerke zu verzichten. "Dieser Appell verhallt auf Langeoog seit Jahren ungehört, obwohl die Insel "Nationalparkpartner" der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven ist", kritisierte Knake. Diese Auszeichnung verpflichte eigentlich zum schonenden Umgang mit der Natur. 

Die Nachbarinsel Spiekeroog verhält sich in diesem Punkt deutlich anders: Dort sind Feuerwerke ganzjährig verboten. Mit diesem Imagepunkt findet die Insel gerade bei denjenigen Touristen Zustimmung, die Ruhe und Erholung suchen.

Dass ein Knall oder lautes Geräusch Vögel erschrecken kann, zeigt sich am aktuellen Beispiel der entflogenen Weißkopfseeadler-Dame "Lady" aus dem Weltvogelpark Walsrode. "Sie hat sich durch ein lautes Geräusch sehr erschreckt", berichtet eine Sprecherin des Vogelparks.

dpa

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