Landwirte würden gerne mehr einstellen

Bürokratie behindert Hilfe durch Flüchtlinge

Hannover - Viele Landwirte in Niedersachsen wollen gerne Flüchtlinge einstellen, ein Hemmnis aber ist die Bürokratie. Zu diesem Ergebnis sind die Landwirtschaftskammer und die Ostfalia Hochschule nach der Befragung von 113 Landwirten im Landkreis Uelzen gekommen.

„Die Betriebe haben grundsätzlich keine Berührungsängste, 75 Prozent der Betriebsleiter würden Flüchtlinge als ständige Arbeitskräfte beschäftigen, 90 Prozent als nicht-ständige“, sagte der Arbeitnehmer-Experte der Landwirtschaftskammer, Matthias Heyder, am Montag. Schließlich sei die Beschäftigung von Ausländern seit Jahrzehnten Praxis in der Landwirtschaft. 

„Das größte Hemmnis für die tatsächliche Beschäftigung bleibt leider die Bürokratie“, so Heyder. Die Landwirte beklagten mangelnde Rechtssicherheit und ständig wechselnde Zuständigkeiten. Auch aber seien die Flüchtlinge nicht mobil, lebten weit von den Höfen entfernt und seien sprachlich und fachlich nicht fit. „Wir stellen aber ein zunehmendes Interesse der Landwirte fest, Geflüchtete einzustellen und sie bei der nötigen Qualifikation zu unterstützen.“ Der Fachkräftemangel sei inzwischen auf den Höfen angekommen, wo gute Mitarbeiter dringend gesucht werden. 

Genaue Angaben zur Zahl der bereits in der Landwirtschaft eingesetzten Flüchtlinge gebe es nicht, sagte die Sprecherin des Landesbauernverbandes, Gabie von der Brelie. Dies geschehe aber häufiger als angenommen, da sich auf dem Dorf oft ein Direktkontakt zwischen Flüchtlingen und Landwirten auf dem kleinen Dienstweg ergibt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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