Agrarministerkonferenz in Lüneburg

Landwirte verlangen nach mehr Planungssicherheit

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Werner Hilse, Präsident des Landvolks

Hannover/Lüneburg - Die Landwirte erwarten von der Agrarministerkonferenz in Lüneburg einheitliche Lösungen nicht nur beim Tierwohl und mehr Planungssicherheit für die Zukunft. "Wir erwarten bundesweite Lösungen bei den wichtigen Themen wie Tierwohl - keinen Flickenteppich", sagte Werner Hilse, Präsident des Landvolks Niedersachsen.

Das gelte aber auch für Themen wie Gentechnik und die Diskussion um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. "Wir erwarten, dass sich die Minister den wissenschaftlichen Erkenntnissen und fachlichen Aussagen anschließen und nicht ideologisch-emotional agieren." 

Öffentliche Diskussion verunsichert Landwirte

"Wir stellen immer wieder eine starke Verunsicherung der Landwirte durch die politische und gesellschaftliche Diskussion fest, da brauchen wir Planungssicherheit", so Hilse in Hannover weiter. "Hier muss Politik besser werden." Das gelte zum Beispiel in der Tierhaltung etwa bei der Sauenhaltung. "Wir brauchen eine einheitliche nationale Nutztierhaltungsstrategie", forderte Hilse. "Herausforderungen der Zukunft werden sich daraus ergeben, wie sich die gemeinsame EU-Agrarpolitik vor allem nach 2021 entwickeln wird." Große Unsicherheit herrsche dabei durch den Brexit. "Der Bürokratiewahnsinn muss gestoppt werden", verlangte Hilse. 

Die Agrarminister der Länder wollen auf ihrer von Mittwoch bis Freitag dauernden Konferenz unter Vorsitz Niedersachsens mit mehr als 50 Tagungspunkten unter anderem auf einen Verhandlungsabbruch bei der umstrittenen Reform der EU-Ökoverordnung drängen. "Auch beim Biolandbau brauchen wir Planungssicherheit", sagte Hilse zu den EU-Plänen. Da sei die Diskussion um die EU-Ökoverordnung im Augenblick nicht hilfreich. 

Schweinepest: Sorgenvoller Blick in die östlichen EU-Länder

Auch bei weiteren Punkten sieht Hilse Handlungsbedarf. "Große Sorge bereitet uns das Fortschreiten der Afrikanischen Schweinepest in den östlichen EU-Ländern", sagte er. "Hier erwarten wir politische Unterstützung bei der Vorsorge. Das betrifft etwa die Entsorgung von mitgebrachten Essensresten an Autobahnen und die Forderung nach einer schärferen Bejagung der Wildschweine in den betroffenen Regionen." 

Auch der Milchmarkt müsse weiter im Blick behalten werden, meinte Hilse. "Der Milchpreis hat sich im Augenblick erholt", sagte er. "Die große Herausforderung wird hier sein, wie Stabilität im Markt erreicht werden kann. Hier ist die Branche gefordert - das betrifft Handel und Molkereien." 

Handlungsbedarf sieht Hilse auch bei der nicht nur in Niedersachsen hoch emotional geführten Diskussion um die Wölfe. "Alle Bemühungen zur Ausdehnung der Weidehaltung werden konterkariert durch die immer stärkere Ausbreitung des Wolfes", monierte Hilse. "Hier wünschen wir uns gemeinsames Vorgehen und die Umsetzung eines dringend notwendigen Wolfsmanagements. Das muss auch eine Steuerung der Population beinhalten."

dpa

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