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Landtagswahl im Wahlkreis Verden: Armsener Hergen Ramme geht für Volt ins Rennen

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Von: Reike Raczkowski

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Ein Mann mit Bart lächelt in die Kamera
Für die junge Partei Volt kandidiert Hergen Ramme aus Armsen. © Ramme

Volt. Was ist das eigentlich? „Wir sind mehr als eine Partei, wir sind eine paneuropäische Bewegung“, sagt Hergen Ramme. Der 28-Jährige geht im Wahlkreis Verden als Kandidat für Volt Deutschland an den Start. Der VAZ erklärt der Armsener, wofür die noch relativ junge Partei steht.

Armsen – „Man darf uns durchaus als die Gegenbewegung zum aufkommenden Rechtspopulismus verstehen“, erzählt Ramme bei einem Pressegespräch in seiner Küche. „Eines unserer wichtigsten Ziele ist ein geeintes Europa. Wir müssen bei den anstehenden Krisen zusammenhalten, alleine werden wir nichts reißen.“

Außerdem sei Volt – gegründet 2017 – die einzige Partei in Deutschland, die sich fest vorgenommen habe, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und bis 2040 ganzheitlich klimaneutral zu sein. „Klima und Wirtschaft unter einen Hut bringen, dafür tritt Volt ein.“

Ihm persönlich sei auch das Thema Bildung wichtig: „Was die Digitalisierung der Schulen angeht, stehen wir in Deutschland zum Beispiel immer noch viel zu schlecht da, obwohl in diesem Bereich ehrlicherweise in den vergangenen Jahren schon viel gemacht wurde.“ Aber die Anschaffung von Tablets und Smartboards reichten seiner Ansicht nach nicht aus. „Wir müssen vor allem auch die Lehrer weiterbilden, damit sie den Schülern das Ganze richtig vermitteln können.“ Insgesamt sei das deutsche Schulsystem veraltet: „Wir haben viel zu große Klassen und es herrscht unglaublicher Leistungsdruck. Heutzutage kommen viele Schüler schon mit Burn-out aus der Schule, um dann in die Arbeitswelt einzusteigen.“

Bei anderen Parteien habe ihn gestört, dass ihnen bei ihrer Arbeit oft der Bezug zur Wissenschaft fehle, erklärt der Projektleiter und gelernte Elektroniker. „Volt versteht sich dagegen als evidenzbasierte Partei.“ Das bedeute, sie arbeite unter Berücksichtigung von Studien und Best-Practice-Beispielen aus anderen Ländern. „Also wir prüfen: Wo läuft eine Sache vielleicht heute schon besser als bei uns? Und dann schauen wir, ob sich das auch bei uns umsetzen lässt.“

Ein ganz persönliches Herzensthema sei für Ramme der Pflegenotstand. „Wir müssen hier dringend etwas tun – wenn es dafür noch nicht zu spät ist.“ Auch das Handwerk liege ihm sehr am Herzen, den Fachkräftemangel verfolge er mit großer Sorge.

Aufmerksam geworden sei er auf die Partei bei der Europawahl 2019, als Volt ein Mandat erreichte, das von Damian Boeselager wahrgenommen wird. Dass er sich politisch engagiert, ist Ramme quasi in die Wiege gelegt worden. Schon sein Opa war eine CDU-Größe im Dorf, auch sein Vater ist bei den Christdemokraten engagiert. Ramme grinst. „Das gibt natürlich manchmal Diskussionen bei uns, und mein Vater fände es sicher besser, wenn ich auch in der CDU wäre. Aber erst einmal findet er es gut, dass ich mich überhaupt politisch engagiere.“

Über seine Chancen bei der Landtagswahl macht sich Hergen Ramme nichts vor: „Uns ist durchaus bewusst, dass wir da nicht auf den großen Durchbruch hoffen können. Wir hoffen, die Einprozenthürde zu nehmen, um künftig noch ein bisschen besser wahrgenommen zu werden. Ich habe die Kandidatur vor allem angenommen, weil wir Präsenz zeigen wollen.“

Privat trifft sich Ramme gern mit Freunden oder geht Schwimmen. Klar, dass der Heavy-Metal-Fan seinen Sommerurlaub jedes Jahr auf dem Wackenfestival verbringt.

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