Niedersachsen-Wahl 2022: Grüne stürzen in Umfragen immer weiter ab

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Landtagswahl

Alles Wichtige zur Niedersachsen-Wahl 2022 auf einen Blick

Am 9. Oktober finden die Landtagswahlen 2022 in Niedersachsen statt. Hier finden Sie alles, was Sie zur Wahl wissen müssen.

Die Abgeordneten sitzen im Plenum im niedersächsischen Landtag.

Hannover – Im Jahr 2022 finden in Deutschland mehrere Landtagswahlen statt. Am 9. Oktober ereignet sich die Landtagswahl in Niedersachsen. Rund 7,9 Millionen Menschen werden dazu aufgerufen, ihre Stimme im Wahllokal im flächenmäßig zweitgrößten Bundesland Deutschlands abzugeben.

Niedersachsen-Wahl-2022: Was wird gewählt?

In Flächenländern wie Niedersachsen bezeichnet der Landtag das Landesparlament. Die gewählten Abgeordneten werden Mitglied des Landtags (MdL) genannt. Notwendig ist diese politische Struktur deshalb, weil die Bundesrepublik Deutschland konstitutionell ein Bund der Deutschen Länder darstellt, an welche er freiwillig Kompetenzen abgetreten hat. Dieses System wird auch Föderalismus genannt.

NameNiedersachsen
HauptstadtHannover
Fläche47.709,82 km²
Einwohner8.027.031
Bevölkerungsdichte169 Einwohner pro km²
RegierungschefStephan Weil (SPD)

Die Hauptaufgaben des Landtags bestehen in der Kontrolle der Landesregierung, dem Verabschieden von Landesgesetzen und der Gestaltung und Freigabe des Landeshaushalts. In die Gesetzgebung des Bundes darf der Landtag allerdings nicht eingreifen.

Niedersachsen-Wahl-2022: Wie wird gewählt?

Dabei verfügen Wahlberechtigte über je zwei Stimmen: die Erst- und die Zweitstimme. Mit der Erststimme wird ein Wahlkreiskandidat und mit der Zweitstimme die Landesliste in Niedersachsen gewählt. Die Sitze im Landtag werden nach dem D’Hondt-Verfahren vergeben. Es gilt eine Fünf-Prozent-Hürde. Jedes Land ist in Wahlkreise eingeteilt, die ihrerseits wiederum in Stimmkreise unterteilt sind.

Nach folgenden fünf Prinzipien wird die Landtagswahl in Niedersachsen durchgeführt:

  • Allgemein: Alle Wahlberechtigten dürfen unabhängig von Konfession, Ethnie, Herkunft, Geschlecht oder politischer Überzeugung ihre Stimme abgeben.
  • Gleich: Jede Stimme hat das gleiche Gewicht und alle Kandidaten haben die gleichen Chancen.
  • Frei: Wahlberechtigte werden in ihrer Entscheidung nicht beeinflusst oder unter Druck gesetzt, so dass sie ihren Willen unverfälscht ausdrücken können.
  • Unmittelbar: Die Wähler stimmen direkt über die Abgeordneten ab; es gibt keine Zwischeninstanz.
  • Geheim: Wähler geben ihre Stimme unbeobachtet ab, sodass niemand ihre Entscheidung nachvollziehen kann.

Niedersachsen-Wahl-2022: Wer ist wahlberechtigt?

An den Wahlen zum niedersächsischen Landtag kann jede Person teilnehmen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, mindestens 18 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten in Niedersachsen ihren Wohnsitz hat. Selbst kandidieren darf, wer die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und volljährig ist. Wer bereits im Bundestag oder im Europäischen Parlament sitzt, darf nicht zusätzlich in den Landtag einziehen.

Niedersachsen-Wahl-2022: Wie funktioniert die Briefwahl?

Wer den Gang zur Wahlurne nicht antreten will, kann bei der Landtagswahl Niedersachsen auch per Briefwahl abstimmen. Allerdings müssen Wähler einiges beachten, wenn sie den Besuch des Wahllokals vermeiden möchten.

Zunächst bekommt jeder Wahlberechtigte vor der Wahl eine Wahlbenachrichtigung per Post zugeschickt. In dieser befindet sich auch der Vordruck des Antrags für die Briefwahl in Niedersachsen - und zwar auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung. Diesen Antrag gilt es ausgefüllt an die angegebene Adresse zurückzuschicken. Das Porto muss leider vom Antragsteller gezahlt werden. Anschließend erhält man postalisch seine Wahlunterlagen.

Wichtig ist, bei der Briefwahl rechtzeitig die Wahlunterlagen abzuschicken, damit sie auch noch vor Schließung der Wahllokale in Niedersachsen am 9. Oktober eingehen. Hier ist eher früher als später die Devise. Meist ist es aber auch möglich, die Briefwahlunterlagen direkt vor Ort auszufüllen und abzugeben, sofern die Unterlagen persönlich im Rathaus oder der Gemeinde beantragt werden.

Niedersachsen-Wahl-2022: Wann gibt es erste Prognosen und Hochrechnungen?

Das Datum der Landtagswahl 2022 in Niedersachsen ist der 9. Oktober. An diesem Tag haben die Menschen von 8 bis 18 Uhr die Gelegenheit, ihre beiden Stimmen in den Wahllokalen abzugeben. Um 18 Uhr gibt es trotzdem direkt erste Prognosen. Das liegt daran, dass diese nicht auf den Auszählungen beruhen, sondern auf anonymen Umfragen an den Wahllokalen. Dabei werden die Wähler übrigens auch gefragt, für wen sie sich bei der vergangenen Wahl entschieden hatten. Damit lässt sich die Wählerwanderung erfassen.

Die erste Hochrechnung folgt normalerweise gegen 18.30 Uhr. Dabei handelt es sich dann tatsächlich um einen ersten Zwischenstand der Auszählung. Dieses Zwischenergebnis vermittelt in der Regel schon ein gutes Bild vom späteren Wahlergebnis - die Zahlen werden sich im Laufe des Abends aber noch etwas verändern.

Auf das vorläufige amtliche Endergebnis muss wahrscheinlich ein paar Stunden länger gewartet werden. Erfahrungsgemäß steht es am späten Abend oder in der Nacht auf Montag fest. 

Niedersachsen-Wahl-2022: Wer tritt zur Wahl an?

Die wichtigsten Themen im Wahlkampf der diesjährigen Landtagswahl in Niedersachsen sind: innere Sicherheit, Bildung, Fachkräftemangel, Landwirtschaft, Pflege, Energieversorgung, Verkehrspolitik und Ärzteversorgung.

Insgesamt treten 23 Parteien zur Wahl an, 14 mit einer Landesliste, wie der Landeswahlausschuss bekannt gegeben hat. Die restlichen neun stellen lediglich einen Direktkandidaten auf. Welche Parteien am 9. Oktober zur Wahl stehen:

  • SPD
  • CDU
  • GRÜNE
  • FDP
  • AfD
  • DIE LINKE
  • dieBasis
  • Bündnis C
  • DiB
  • ZENTRUM
  • Die Friesen
  • HAIE
  • DIE SONSTIGEN Niedersachsen X
  • FREIE WÄHLER
  • ÖDP
  • Die Humanisten Niedersachsen
  • Die PARTEI
  • Gesundheitsforschung
  • Tierschutzpartei
  • PIRATEN
  • SGV
  • Team Todenhöfer
  • Volt

Die Spitzenkandidaten bei der Niedersachsen-Wahl 2022

Der amtierende Ministerpräsident Stephan Weil von der SPD wird auch in diesem Jahr wieder zur Wahl antreten, er ist seit 2013 im Amt. Konkurrenz bekommt er von Bernd Althusmann von der CDU. Für die Grünen zieht eine Doppelspitze, bestehend aus Julia Hamburg und Christian Meyer, in den Wahlkampf. Stefan Birkner vertritt die FDP, der Spitzenkandidat der AfD ist Stefan Marzischewski-Drewes.

Niedersachsen-Wahl 2022: Wie lief die letzte Wahl 2017?

Bei der Landtagswahl 2017, die vorgezogen wurde, konnte sich die SPD mit 36,9 Prozent der Stimmen gegen die CDU mit 33,6 Prozent behaupten. Auf den übrigen Plätzen im Landtag von Hannover nehmen Abgeordnete der Grünen (8,7 Prozent), FDP (7,5 Prozent) und AfD (6,2 Prozent) Platz. Die Linke verpasste mit 4,6 Prozent den Einzug ins Landesparlament. Die Regierung aus SPD und CDU führt derzeit der sozialdemokratische Ministerpräsident Weil an, der zuvor bereits in einem Bündnis mit den Grünen gewesen war.

Allerdings gab es in dieser Legislaturperiode auch eine Besonderheit. Die ehemalige Grünen-Abgeordnete Elke Twesten trat 2017 aus der Fraktion aus – und ging zur CDU über. Dadurch verlor Rot-Grün die Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag. Im Anschluss wurden vorgezogene Neuwahlen ausgerufen, die die SPD gewann. Seitdem regiert, eher aus der Not heraus, die Große Koalition, die in Niedersachsen allerdings für stabile Verhältnisse sorgt.

Niedersachsen-Wahl-2022: Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Für unentschlossene Wähler gibt es eine Entscheidungshilfe: der Wahl-O-Mat. Dabei handelt es sich um ein interaktives Tool, das als Entscheidungshilfe gedacht ist. Es wird von der „Bundeszentrale für politische Bildung“ für Landtags-, Bundestags- und Europawahlen zur Verfügung gestellt.

Mithilfe des Wahl-O-Mats ist es möglich, die eigenen politischen Standpunkte mit den programmatischen Punkten der Parteien abzugleichen. Allerdings verrät einem der Wahl-O-Mat nicht, wo man auf dem Stimmzettel sein Kreuzchen machen soll, sondern soll lediglich als Orientierungshilfe dienen. (Joshua Schößler)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild