Corona-Mutante

Landkreise preschen bei Delta-Variante vor: Corona-Impfungen für Schüler

Über die Hälfte der Erwachsenen in Niedersachsen ist mindestens einmal geimpft. Nun kommen Jugendliche dran. Einige Landkreise wollen noch vor den Sommerferien loslegen.

Hannover – Hinsichtlich der Delta-Variante fordert SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach auch Teenager zu impfen. Dies sagte er in Richtung Ständige Impfkommission (Stiko). Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen.

Erst-Impfungen Niedersachsen 4.376.081 (alles Stand 28.6.21, 0 Uhr)
Zweit-Impfungen2.757.010
Impfquote Erstimpfung54,7 Prozent
7-Tage-Inzidenz3,1

„In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post.

Impfungen für Jugendliche: Osnabrück will zum neuen Schuljahr den kompletten Impfschutz für Jugendliche ab 16 Jahren

Und genau für diese Gruppe bieten einige Landkreise und Städte nun Impfungen an. Die Stadt Osnabrück beginnt am Dienstag, 29. Juni damit, Schüler ab 16 Jahren im Impfzentrum gegen das Coronavirus zu impfen. Auch der zweite Impftermin steht schon fest: 10. August. So haben die Jungen und Mädchen zum neuen Schuljahr den kompletten Impfschutz. Stadträtin Katharina Pötter sagte: „Wir möchten möglichst vielen von ihnen den bestmöglichen Schutz vor einer Ansteckung geben. Damit können wir weitere Szenarienwechsel oder gar Schulschließungen verhindern.“

Weiter Corona-Impfungen vor den Sommerferien möglich – auch für Jugendlich ab 12 Jahren?

Die Stadt kann nicht garantieren, dass alle berechtigten Schüler bei der Aktion eine Impfung erhalten. Wer wegen des begrenzten Impfstoffs zunächst nicht geimpft werden kann, wird jedoch zeitnah erneut die Möglichkeit dazu erhalten. „Wir planen, je nach Verfügbarkeit des Impfstoffs, möglichst noch vor den Sommerferien weitere Impfaktionen für Schülerinnen und Schüler, mittelfristig auch für die jüngeren Kinder ab zwölf Jahren“, so Pötter.

Der Heidekreis plant für den 10. Juli eine Sonderaktion. Dann sollen Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Vorerkrankung geimpft werden. Um an einen Termin zu kommen, müssen die Eltern eine E-Mail (izhk@heidekreis.de) schicken. Dort müssen Name, Adresse, E-Mail und Telefon angegeben werden. Die Vorerkrankung muss per ärztliches Attest bestätigt sein. Darüber hinaus empfiehlt Dr. Andreas Happersberger, Fachbereichsleiter Gesundheit, allen Eltern mit schulpflichtigen Kindern sich impfen zu lassen.

Die Coronaimpfung ist für einige Schüler in Niedersachsen schon in einigen Tagen.

Neben dem Heidekreis bietet auch der Landkreis Cuxhaven eine entsprechende Impfung an. Geimpft werden allerdings nur Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre mit Vorerkrankung. Dazu gehören: Adipositas, Herzfehler, Lungenerkrankungen, eingeschränkte Nierenleistung, Tumore, Trisomie 21 oder Diabetes. Für gesunde Kinder empfiehlt der ärztliche Leiter des Impfzentrums Cuxhaven, Dr. Pio Faust ein Gespräch mit dem Kinderarzt. In diesem Gespräch sollen Risiken und Nutzen einer Impfung besprochen werden.

Ähnlich sieht es auch Karl Lauterbach: „Die Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante ist zu riskant. Und Wechselunterricht ist keine Lösung.“ Um eine Normalität zu erlangen, müsste eine Impfquote von mehr als 80 Prozent erreicht werden, so der SPD-Politiker. Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich auch in Niedersachsen immer weiter aus. Besonders gefährlich soll sie für Kinder sein.

Impfaktion für Schüler geplatzt

Niedersachsen hatte Ende Mai geplant, vor den Sommerferien eine große Impfaktion für rund 450.000 Schüler zu starten. Doch schon kurz nachdem die Pläne vorgestellt wurden, ruderte das Land zurück. Der Grund: fehlender Impfstoff. Damals hatte der Bund zusätzliche Impfdosen in Aussicht gestellt, konnte diese jedoch nicht liefern.

Die Landkreise, die jetzt in Eigenregie impfen, nutzen überschüssigen Impfstoff. In der Regeln sollen die beiden Impfstoffe von Biontech und Moderna zum Einsatz kommen.

Wer zwölf Jahre oder älter ist, kann sich auch ohne Vorerkrankung seit dem 7. Juni auf dem Impfportal registrieren lassen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP

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