Landkreise fordern mehr System bei Sprachkursen für Flüchtlinge

Papenburg - Flüchtlinge zu integrieren ist vor allem eine Aufgabe, um die sich die Kommunen kümmern müssen. Die Landräte in Niedersachsen fordern nun, dass die Sprachausbildung der Menschen und ihr Einstieg in den Arbeitsmarkt schneller gehen muss.

Für eine bessere Integration von Flüchtlingen sind aus Sicht der niedersächsischen Landkreise bessere Angebote für den Sprachunterricht notwendig. Das Wirrwarr um die Vielzahl der Kurse müsse beendet werden, forderte am Freitag der Präsident des Niedersächsischen Landkreistages, der Celler Landrat Klaus Wiswe (CDU) am Rande des Landkreistages in Papenburg.

So biete das Bundesamt für Migration ebenso Kurse an wie die Agentur für Arbeit, die Kommunen oder auch Ehrenamtliche. „Da muss mehr System rein“, sagte der Kommunalpolitiker. Notwendig sei ein Angebot von gestuft aufgebauten Sprachkursen mit Eingangs- und Aufbaukursen.

Die Delegierten des Landkreistages verabschiedeten einstimmig eine Erklärung mit Kernforderungen zur Integration. Ein schnelles Erlernen der Sprache und ein schneller Einstieg in den Arbeitsmarkt sind aus ihrer Sicht zentral für eine gelungene Integration.

Es sei aber eine Tatsache, dass viele Flüchtlinge nicht erst eine Ausbildung machen, sondern schnell Arbeit finden wollten. Der Arbeitsmarkt biete aber nicht ausreichend viele Jobs für unqualifizierte Menschen. Deswegen rechne er damit, dass viele Flüchtlinge mit Aufenthaltsrecht künftig auf Sozialleistungen angewiesen seien, sagte Landrat Wiswe. Die Anzahl der erwerbsfähigen Menschen mit Bleibeperspektive liegt nach Angaben des Landkreistages bei derzeit 70 000 in Niedersachsen.

Kritik übte der Landkreistag daran, dass es zwei Jahre Verzögerung bei der Kostenerstattung für die Flüchtlingsbetreuung gebe. Das Geld für die Flüchtlinge aus 2016 fließe erst 2018. Ein zusätzliches Problem sei auch, dass sich das Land bei der Bemessung der Flüchtlingszahlen an einem einzigen Stichtag orientiere, dem 31. Dezember. Die so gewonnen Zahlen für die Abrechnung der Flüchtlingskosten seien unrealistisch, klagte Wiswe.

EU-Digitalkommissar Günther Oettinger sprach sich als Gastredner bei der Tagung für die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Armee aus. Europa strahle im Moment mit 28 nationalen Streitkräften kein Bild der Autorität aus, sagte Oettinger. „Europa ist so sehr von Instabilität und Chaos umgeben wie kein anderer Kontinent.“ Der Flüchtlingszuzug lasse sich seiner Ansicht nach am besten verringern, indem die Türkei, der Libanon und Jordanien die Menschen aufnähmen. „Wir unterstützen sie dabei - das ist der kostengünstigere Weg“, sagte Oettinger.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Schreckliches Busunglück in Italien: Bilder

Schreckliches Busunglück in Italien: Bilder

So zeigte sich das Präsidentenpaar Donald und Melania Trump

So zeigte sich das Präsidentenpaar Donald und Melania Trump

Schwarzenegger in Kitzbühel: „Trinkt's viel Schnaps und Bier“

Schwarzenegger in Kitzbühel: „Trinkt's viel Schnaps und Bier“

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Meistgelesene Artikel

Bombe: Strecke Hamburg - Harburg wieder freigegeben 

Bombe: Strecke Hamburg - Harburg wieder freigegeben 

Bombe im Harburger Hafen entschärft 

Bombe im Harburger Hafen entschärft 

Schiffsführer bei Zusammenprall mit Brücke tödlich verletzt

Schiffsführer bei Zusammenprall mit Brücke tödlich verletzt

Drittes Elefantenbaby in Hannover geboren

Drittes Elefantenbaby in Hannover geboren

Kommentare