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Landgericht verurteilt Mann wegen Totschlag an Tochter seiner Freundin

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Von: Bjarne Kommnick

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Der Richter spricht von einer erbärmlichen Tat. Das Landgericht Oldenburg verurteilt einen 24-jährigen Mann für den Totschlag der Tochter seiner Freundin.

Oldenburg – Bloße Gewalt ist die Ursache für den Tod eines drei Monate alten Babys. Das Landgericht Oldenburg verurteilt einen jungen Mann nun als Täter zu 13 Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Das Gericht ist der Meinung, dass der 24-Jährige im März 2021 die Tochter seiner damaligen Freundin durch massives Schlagen des Kopfes auf harte Flächen und enormes Schütteln des Babys getötet haben soll. Der Richter sprach von einer „herzergreifenden“ und „erbärmlichen“ Tat. Erst in letzter Sekunde brach der Verurteilte sein Schweigen.

Stadt:Oldenburg
Bevölkerung:168.210
Fläche:103 km²
Höhe:5 Meter

Landgericht verurteilt 24-jährigen Mann wegen Totschlag an Tochter seiner Freundin: Täter sagt im letzten Moment aus

Kurz bevor der Richter die Beweisaufnahme abschließen wollte, fing der Verurteilte an, auszusagen. Doch die Aussagen des 24-Jährigen bezeichnete der Richter als konstituiert und widersprüchlich. Wie genau sich die Tat abgespielt habe, könne das Gericht nicht mit vollständiger Sicherheit sagen. Die Verteidigung plädierte deshalb frei nach dem Motto „im Zweifel für den Angeklagten“ für Freispruch.

Prozess wegen Totschlags am Landgericht Oldenburg.
Das Landgericht Oldenburg verurteilt den 24-jährigen Täter zu einer langen Haftstrafe. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Doch der Richter des Landgerichtes Oldenburg fährt eine harte Linie. Mit einer Strafe von 13 Jahren und sechs Monaten Gefängnis entgeht der 24-jährige Täter nur knapp der Höchststrafe bei Totschlag in Höhe von 15 Jahren. Damit fällt das Urteil sogar härter aus, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, die für elf Jahre Haft plädierte. Die Tat soll sich am 3. März 2021 in einer Arbeiterunterkunft im Emsteck im Landkreis Cloppenburg abgespielt haben.

Mann tötet grausam Tochter seiner Freundin: „Herzergreifend“ und „erbärmlich“

Sicher ist, dass das drei Monate alte Kind mit heftigen Verletzungen, darunter mehreren Schädelfrakturen, ins Krankenhaus kam. Die massiven Brüche seien laut Aussagen medizinischer Gutachter zufolge nur mit brutaler Gewalt zu erklären. Das Mädchen sei wenige Tage später in der Klinik gestorben und musste „medikamentös in den Tod begleitet werden“, erinnerte der Richter an die grausamen Umstände der Tat. Er beschreibt die Tat als „herzergreifend“ und „erbärmlich“.

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Doch auch die Mutter stand im Fokus der Verhandlung. Sowohl der Täter als auch eine Zeugin machten der Mutter des getöteten Kindes schwere Vorwürfe. Auch das Gericht habe in der 39-Jährigen keine gute Mutter gesehen. Unter anderem sei sie schwere Alkoholikerin, jedoch habe man ihr im Gegensatz zu dem 24-jährigen Täter Glauben schenken können.

Baby tot geschüttelt: Mann entgeht lebenslanger Haftstrafe

Auch wenn das Ausmaß der Strafe für Totschlag beinahe an das Höchstlimit kommt, habe das Gericht auch über die Verurteilung wegen Mordes aus Heimtücke verhandelt. Dann hätte den Täter womöglich eine lebenslange Haftstrafe erwartet. Allein dadurch, dass man nicht ausschließen könne, dass er die Tat aus Überforderung begangen habe, sei es bei der Verurteilung wegen Totschlags geblieben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Lesen Sie auch: Ein Krankenpfleger aus Bremen wird verdächtigt, einen Patienten getötet zu haben. Erfreuliche Nachrichten gab es hingegen aus Rotenburg, dort ist ein 10-jähriger Vermisster wieder aufgetaucht. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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