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Landgericht Verden: Wiederaufnahme von Mordverfahren nach 41 Jahren

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Von: Felix Busjaeger

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Nach 41 Jahren wird nun ein Mordprozess neu aufgerollt. © Arne Dedert/dpa

Nach 41 Jahren wird ein Mordprozess gegen einen einmal freigesprochenen Verdächtigen neu aufgerollt. Der Mann soll 1981 eine 17-Jährige vergewaltigt und getötet haben.

Verden – Mord verjährt nicht: Diese Erfahrung muss nun auch ein bereits freigesprochener Verdächtiger eines Tötungsdelikts machen, das bereits 41 Jahre zurückliegt. Der Prozess gegen den Mann wird jetzt wieder aufgerollt, da neue Beweise aufgetaucht sind, die den Mann belasten. „Es gab einen Haftbefehl, der Mann sitzt in Untersuchungshaft“, bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts Verden am Samstag.

Mordprozess am Landgericht Verden: 17-jähriges Mädchen war vergewaltigt und getötet worden

Der Prozess gegen den Verdächtigen soll innerhalb der nächsten sechs Monate aufgenommen werden. Was war im Jahr 1981 passiert? Den Informationen der Deutschen Presse-Agentur nach war ein 17-jähriges Mädchen aus Hambühren, eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen, vergewaltigt und getötet worden. Der nun festgenommene Mann stand bereits einmal wegen des Falls vor Gericht, wurde allerdings aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Dass der Verdächtige nun wieder angeklagt werden kann, liegt in einer Reform des Strafgesetzes begründet. Demnach ist es neuerdings möglich, Strafprozesse zu schwersten Straftaten wie Mord, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erneut aufzurollen. Das ist auch der Fall, wenn sie zuvor mit einem Freispruch endeten. Voraussetzung für einen erneuten Prozess ist, dass es neue Beweismittel gibt – und eine Verurteilung des Verdächtigen wahrscheinlich ist. Den festgenommenen Mann sollen neue DNA-Spuren belasten, die im Jahr 2012 gefunden worden waren.

Mordprozess in Niedersachsen: Gesetzesreform erlaubt nach Freispruch erneute Anklage

Die Reform des Gesetzes sieht vor, dass die neuen belastenden Beweismittel etwa durch neue Untersuchungsmethoden und Fortschritte in der digitalen Forensik zutage treten können. „Die von der Union vorangetriebene Gesetzesreform, mit der die Wiederaufnahmemöglichkeiten von Mord-Strafverfahren nach einem Freispruch zuungunsten des Verurteilten erweitert wurden, zeigt Wirkung“, sagte der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings. Er sah in der Reform nicht nur die Möglichkeit, dem Gerechtigkeitsempfinden der Menschen Rechnung zu tragen. Auch für die Angehörigen von Mordopfern sei es sehr wichtig, dass in diesen Fällen die Gerichte den Prozess neu beurteilen können.

Mordverfahren um 17-Jährige wird neu aufgerollt – weitere Blaulichtmeldungen aus Niedersachsen und Bremen

In der Nähe von Hannover in Niedersachsen sind bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos bei Barsinghausen zwei Kinder ums Leben gekommen. Das „Netzwerk Sicherheitspartnerschaft“ hat mehrere Corona-Teststationen in Sittensen und Scheeßel kontrolliert. Die beteiligten Behörden sind auf der Suche nach Hintergründen zur Clan-Kriminalität.

Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sind derweil auch in Bremen zu spüren: In Norddeutschland rollen Militärkonvois durchs Land – so auch auf der A 1, während überall in Bremen und Niedersachsen Menschen zu Mahnwachen gegen den Angriff von Russland auf die Straße gehen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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