Angeklagter kann sich an Tat nicht erinnern

Anschlag auf Ex-Freundin: Drei Jahre Haft

Lüneburg - Nach einem Brandanschlag auf seine Ex-Freundin hat das Landgericht Lüneburg einen Mann zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil sei bereits rechtskräftig, teilte ein Sprecher des Gerichts am Montag mit.

Die Kammer habe zusätzlich die Unterbringung des 38-Jährigen in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft Ende Januar in Celle eine mit Benzin gefüllte und einem Stofflappen präparierte Plastikflasche vor der Wohnung der Frau angezündet und dann auf ihren Balkon geworfen. Ein zufällig vorbeikommender Zeuge konnte die Flammen mit einem Teppich ersticken. In der Wohnung war zu dem Zeitpunkt nur eine neun Jahre alte Tochter der Frau, sie kam mit dem Schrecken davon.

Der Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses über eine Dolmetscherin erklärt, er könne sich nicht an die Tat erinnern, weil er zu betrunken gewesen sei. Das Benzin habe er gekauft, um mit einem später verschwundenen Bekannten in einem Park ein Lagerfeuer zu entfachen.

Dem Mann war dreifacher versuchter Mord und versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen worden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nahm er auch den Tod der beiden Töchter seiner Ex-Freundin in Kauf, als er seinen Brandanschlag verübte.

Die Kammer sei jedoch nicht davon überzeugt gewesen, dass der Mann wirklich töten wollte, auch weil er nur eine geringe Menge Benzin benutzt habe, sagte der Gerichtssprecher. Das Urteil fiel bereits am dritten von ursprünglich fünf angesetzten Verhandlungsterminen. dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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