Ungesühnter Mord beschäftigt Richter in Lüneburg

Lüneburg - Der ungesühnte Mord an einer Schülerin vor fast 35 Jahren beschäftigt demnächst das Landgericht Lüneburg. Dabei wird es am 19. August um die Forderung des Vaters nach Schmerzensgeld gehen, wie eine Sprecherin des Gerichts am Montag mitteilte.

In dem Zivilprozess fordere der Vater für die erlittenen physischen und psychischen Leiden zunächst 7000 Euro. Die 17-jährige Frederike war im November 1981 nahe Hambühren bei Celle vergewaltigt und getötet worden. Experten des Landeskriminalamtes konnten dank neuer Methoden 2012 DNA-Spuren sichern, die einen heute 56-Jährigen schwer belasten.

Weil der Mann aber in dem Mordfall 1983 freigesprochen wurde, ist eine Wiederaufnahme des Verfahrens nur möglich, wenn er die Tat gesteht. Eine 1982 vom Landgericht Lüneburg verhängte lebenslange Freiheitsstrafe hob der Bundesgerichtshof auf. 1983 wurde der Mann dann vom Landgericht Stade aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Hans von Möhlmann, Frederikes Vater, will mit der Zivilklage auf den Fall aufmerksam machen und den Tatverdächtigen dazu auffordern, sich zu den Vorwürfen zu äußern. „Für mich ist es nicht zumutbar, dass er frei herumläuft“, sagte er dazu im Mai. Ein persönliches Erscheinen des Vaters oder des mutmaßlichen Täters hat das Gericht für den Termin am 19. August aber nicht angeordnet.
dpa

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