Landesbergamt verspricht mehr Transparenz nach Ölunfall

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Der Erdgasspeicher in Etzel: Hier gab es vor einem halben Jahr einen schweren Ölunfall

Etzel - Ein halbes Jahr nach dem schweren Ölunfall an einem Speicher im ostfriesischen Etzel gibt es aus Sicht von Anwohnern noch keinen Grund für eine Entwarnung.

Vor gravierenden Störfällen gebe es weiterhin zu wenig Schutz, sagten Bürger am Dienstag beim Besuch des neuen Präsidenten des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Andreas Sikorski. Das Amt war nach dem Unfall als zuständige Behörde massiv in die Kritik geraten. Der neue Präsident sagte: „Derartige Unfälle werden hoffentlich nicht mehr passieren, aber ganz ausschließen können wir es nicht.“ Für die Zukunft sicherte Sikorski mehr Transparenz seiner Behörde zu.

Anwohner und eine Bürgerinitiative misstrauen weiterhin der Regelung, dass das Landesamt als Genehmigungsbehörde auch die Prüfaufsicht über die Anlagen hat. Sikorski sieht dies jedoch nicht als Problem: Beide Bereiche seien innerhalb der Behörde scharf voneinander getrennt.

Bei dem Unfall in Etzel waren Ende November rund 40 000 Liter Rohöl ausgelaufen und hatten Erdreich und Gewässer verschmutzt. Als Ursache wird ein aufgedrehtes Absperrventil einer Ölleitung vermutet. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Aurich dauern an.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sah nach dem Unfall das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit technischer Großanlagen massiv beschädigt. Im Februar kündigte er eine Neuausrichtung der Behörde mit rund 300 Mitarbeitern an.

Inzwischen sieht der Präsident des LBEG, Sikorski, die Folgen des Ölunfalls weitgehend aufgearbeitet. Die Betreibergesellschaft IVG und seine Behörde hätten erste Konsequenzen gezogen, um die Sicherheit der Anlage zu verbessern. Zudem unterstütze das LBEG die Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft Aurich zur Unfallursache.

Bislang gilt in Etzel ein mutwillig oder versehentlich aufgedrehtes Absperrventil einer Ölleitung als Grund für die Ölverschmutzung. Die Bürgerinitiative „Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx“ bezweifelt jedoch, dass durch das geöffnete Ventil derartige Ölmengen auslaufen konnten. Nach Hinweisen auf eine möglicherweise im Erdreich vergessene Ölleitung sollen demnächst Bagger im Auftrag der Staatsanwaltschaft Teile des Bodens ausheben. dpa

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