Verlorene Eheringe und Fingerbisse

Kuriose Polizeieinsätze 2020: Einen Grund zum Schmunzeln muss es auch mal geben

Polizisten kontrollieren das Einhalten der Maskenpflicht in der Fußgängerzone in der Innenstadt.
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Polizeieinsätze wie die Kontrolle der Maskenpflicht in der Hannoveraner Innenstadt haben einen ernsten Hintergrund. Andere Einsätze erlauben aber auch mal ein Lachen.

So ernst kann ein Job gar nicht sein, dass er nicht hin und wieder auch mal Grund zum Schmunzeln gibt. So schlagen sich Polizisten nicht nur mit schweren Jungs herum. Da sind auch noch die etwas anderen Fälle.

  • Manche Polizeieinsätze bringen die Beamten auch mal zum Lachen.
  • Wenn die Polizei einen Anruf aus einem Leichenwagen bekommt, ist das zunächst beunruhigend.
  • Die Corona-Regeln haben ebenfalls zu einigen kuriosen Einsätzen geführt.

Hannover - Es gibt wohl nichts, was Polizisten bei ihren Einsätzen nicht erleben. Manche sind gefährlich, manche dramatisch oder gar tragisch - und manche einfach komisch. Im Corona-Jahr 2020 diskutierten die Beamten mit über 100-Jährigen, wunderten sich über besonders hartnäckige Schwarzfahrer oder sehr spezielle Übungen für den Führerschein und erhielten einen Notruf aus einem Leichenwagen. Eine Auswahl der kuriosesten Polizeieinsätze des Jahres.

Polizei: Durch den Notausgang rausgeschlichen, um zu gratulieren

Für einen Geburtstag, insbesondere den der eigenen Tochter, nimmt man einiges auf sich. Eine 101 Jahre alte Frau schlich sich aus einem Braunschweiger Seniorenheim, um der Tochter zu gratulieren. Allerdings ausgerechnet mitten im ersten Corona-Lockdown. Listig nahm die Dame den Notausgang nach draußen.

Als eine Streifenbesatzung zu einer offensichtlich orientierungslosen älteren Dame gerufen wurde, bestritt sie zunächst, in dem Altenheim zu leben. Im Gespräch mit der Tochter stellte sich aber heraus, dass sie dort wohnt, ihre Tochter aber schmerzlich vermisst. Zumindest aus dem Streifenwagen konnte sie die Tochter dann kurz sehen, bevor die Polizisten sie zurückfuhren.

Ein Versteck hinter dem Hamsterkäfig

Diese Polizeigeschichte gibt es in der Form nur zu Corona-Zeiten. Sechs Feiernde lieferten sich Ende November ein Corona-Versteckspiel mit Beamten. Diese waren frühmorgens wegen Gegröle und lauter Musik von Anwohnern in Bad Nenndorf im Kreis Schaumburg gerufen worden. An der Wohnungstür gab der 24 Jahre alte Bewohner an, nur zwei Besucher zu haben - sechs volle Gläser gaben allerdings einen deutlichen Hinweis.

Die Polizei stieg ins Versteckspiel ein: Die Beamten fanden einen Besucher kauernd hinter einem Hamsterkäfig, einen voll angezogen im Bett: Er stellte sich schlafend. Es folgten Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz und die Corona-Verordnung.

Vom Klobesuch zu einem Biss in den Finger

Wenn es dringend wird, muss man auch mal nachforschen. Die Frage nach der Verfügbarkeit des eigentlich stillen Örtchens hat in der Damentoilette eines Schnellrestaurants im Hauptbahnhof Hannover zu einer Prügelei zweier junger Frauen geführt.

Eine 32-Jährige blieb wohl zu lange in der Kabine, so habe das zumindest ein „leicht angespanntes 16-jähriges Mädchen“ empfunden, teilte die Polizei mit. Es klopfte mehrmals an die Tür. Daraufhin stürmte die 32-Jährige aus der Kabine und griff das Mädchen an. Schläge, Tritte und einen Fingerbiss trug die 16-Jährige davon. Die Polizei ermittelte wegen Körperverletzung.

Krimi auf Borkum - Willi macht einen auf Justus, Peter und Bob und schnappt einen Dieb

An der Trampolinanlage nahm dieser Krimi Fahrt auf - und der 12-jährige Willi sorgte mit seinen Ermittlungen im Stil von „Die drei ???“ für Aufsehen. Während des Sommerurlaubs auf der Nordseeinsel Borkum - nicht etwa bei Justus, Peter und Bob in Rocky Beach - beobachtete er einen Mann beim Stehlen der Einnahmen und verfolgte ihn auf der Flucht von der Promenade in die Dünen.

Willi konnte den Dieb auch wiedererkennen, als dieser sich in anderer Kleidung wieder auf der Promenade blicken ließ. Gemeinsam mit einem Passanten sprach der Junge den Unbekannten an und wartete, bis die Polizei kam, die den Fall dann übernahm.

Wenn man schon Wäsche auf der Zug-Toilette wäscht, dann doch zumindest mit gültiger Fahrkarte

Schwarz gefahren, aber weiße Weste dank großer Wäsche auf der Zugtoilette. Ein Schwarzfahrer hat im Toilettenraum eines Regionalzuges von Braunschweig nach Hannover nicht nur sich, sondern auch seine Kleidung seelenruhig im Handwaschbecken gewaschen. Ein Zugbegleiter wunderte sich über eine Wasserlache - und fand den 28-Jährigen, der weder eine Fahrkarte noch Geld besaß.

Zugtoiletten eignen sich nicht unbedingt zum Wäschewaschen. Erst recht nicht ohne gültigen Fahrschein.

In Hannover klopften dann Bundespolizisten an die Tür - der Mann wusch sich und seine Kleidung unbekümmert weiter. Die Beamten nahmen ihn mit zur Wache und schrieben eine Anzeige wegen Leistungserschleichung. Nicht die erste - schon mehrfach war er beim Schwarzfahren erwischt worden.

...und wer ist nun „Jürgen“?

Diese Frage hat Polizei und Öffentlichkeit nach einem Einbruch in Neu Wulmstorf im Kreis Harburg umgetrieben. Die Opfer hatten nach der Tat einen fremden Ehering in ihrem Haus gefunden. Die Suche nach „Jürgen“ begann - der Vorname war in den Ring eingraviert. Der Einbrecher könnte das Schmuckstück anderswo gestohlen und im Haus verloren haben, lautete eine Theorie.

Nicht alle Polizeieinsätze erfordern eine ernste Miene. Es darf auch mal geschmunzelt werden.

Geklärt werden konnte dies aber nicht, auch wenn sich bei der Polizei gleich zwei Kandidaten meldeten: Ein Jürgen aus Nordrhein-Westfalen rief in der Hoffnung an, der bei einem Urlaub verlorene Ehering seiner Frau wäre wieder aufgetaucht. Und auch auf eine Anfrage aus Baden-Württemberg folgte eine Enttäuschung, denn in beiden Fällen passte das eingravierte Datum nicht.

Nun kann er erstmal weiter mit dem Fahrrad üben

Nicht alle Wege führen zum Führerschein, Drift-Übungen am allerwenigsten. Ein 18-Jähriger aus Celle, der kurz vor der Führerscheinprüfung stand, wollte mit Drifts - also mit ausbrechendem Heck und quer durch Kurven - seine Fahrkenntnisse aufpolieren. Doch der Führerschein dürfte für den 18-Jährigen nach Polizeiangaben vorerst ein Traum bleiben - er erhielt eine Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Der Notruf aus dem Leichenwagen: Wer müde ist, ist müde

Das ist schon einigermaßen beunruhigend: Ein Notruf aus einem Leichenwagen hat die Polizei in Göttingen alarmiert. Im Laderaum des schwarzen Transporters fanden die Beamten aber weder einen Toten noch einen Scheintoten, sondern den sehr lebendigen Fahrer. Auf der nächtlichen Fahrt von Hamburg nach Frankfurt war der Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts müde geworden. Er parkte am Friedhof von Lutterberg im Landkreis Göttingen und kroch zum Schlafen hinten in sein Gefährt. Als er morgens erwachte, konnte er den Wagen von innen aber nicht mehr öffnen. Also rief er über sein Handy um Hilfe. Mit Material der dpa.

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