Abordnungen gegen Engpässe

Gymnasium-Lehrer an Grundschulen „gefordert“

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Kultusministerin Frauke Heiligenstadt verteidigt den Einsatz von Gymnasiallehrern in Grundschulen.

Hannover - Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hat die Abordnungen von Lehrern an andere Schulen verteidigt. „Die Lage ist nicht einfach, aber deshalb sind alle gefordert“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag im Kultusausschuss des niedersächsischen Landtages.

Abordnungen seien ein klassisches Instrument, um Engpässe bei der Unterrichtsversorgung zu überbrücken. Als befristete Maßnahme seien sie durchaus vertretbar. Der Ausschuss tagte auf Antrag der CDU-Fraktion. Neben Heiligenstadt nahm auch der Leiter der Landesschulbehörde, Ulrich Dempwolf, zur aktuellen Lage Stellung.

90.000 Stunden müssen dem Ministerium zufolge landesweit unter anderem von Gymnasien abgeordnet werden, um den Unterrichtsausfall flächendeckend so gering wie möglich zu halten. Vor allem in ländlichen Regionen gebe es Bedarf. Allein 30.650 Stunden fehlten an Grundschulen, um eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung zu gewährleisten.

Die Abordnungen von Lehrern zum Start des neuen Schuljahres hatten für Unmut gesorgt: „Diese kurzfristigen Abordnungen sind im höchsten Maße ärgerlich“, sagte der Vorsitzende des Schulleitungsverbandes Niedersachsen, Frank Stöber. Viele Gymnasien erhielten erst am letzten Ferientag den Auftrag, Lehrer für teils bis zu 100 Stunden an Grund-, Haupt- oder Oberschulen zeitweise abzugeben. Zu diesem Zeitpunkt waren die Lehrkräfte schon an der eigenen Schule verplant. 

Heiligenstadt betonte im Ausschuss, dass es schon im März einen Erlass aus ihrem Ministerium gegeben habe, in denen die Schulen auch darauf hingewiesen wurden, dass Abordnungen nötig werden.

dpa

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