Nach erstem Verhandlungstag

Kronzeuge im Abu Walaa-Prozess berichtet von neuer Morddrohung

Celle - Der Kronzeuge im Prozess gegen den mutmaßlichen Anführer des Islamischen Staates (IS) in Deutschland, Abu Walaa, ist nach eigenen Worten erneut mit dem Tod bedroht worden.

"Nach dem ersten Verhandlungstag haben Verantwortliche des IS zu meiner Ermordung aufgerufen und gesagt, ich sei zum Abschuss freigegeben", sagte der 23-jährige Deutschtürke am Dienstag im Oberlandesgericht Celle. Verhandelt wird im dortigen Hochsicherheitstrakt unter stark verschärften Sicherheitsvorkehrungen. 

Bewaffnete Beamte schützen das Gericht und sind im angrenzenden Stadtzentrum präsent. Der Zeuge wird im Saal zusätzlich von mehreren Personenschützern abgesichert. Der Hauptbelastungszeuge geriet als Jugendlicher in islamistische Kreise und reiste nach seiner Schilderung mit Hilfe von Abu Walaas Netzwerk mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn nach Syrien aus. 

Angewidert vom Agieren des IS dort, kehrte er der Terrormiliz den Rücken, floh zurück nach Deutschland und packte bei den Sicherheitsbehörden aus. Er lebt seitdem mit seiner Familie in einem Zeugenschutzprogramm an einem unbekannten Ort.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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