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Ukraine-Krieg: So hilft Niedersachsen Geflüchteten

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Von: Fabian Raddatz

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Helfer sammeln vor einer Änderungsschneiderei Spenden und Hilfsgüter für die Ukraine
Helfer sammeln vor einer Änderungsschneiderei Spenden und Hilfsgüter für die Ukraine. Die Initiative der ukrainischen Gemeinde bereitet private Spenden für einen Konvoi in die Ukraine vor. © Ole Spata/dpa

Tausende Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, sind am Dienstagmorgen in Deutschland eingetroffen – einige davon auch in Niedersachsen.

Hannover – Wie viele Menschen aus der Ukraine in Deutschland eintreffen werden, ist bislang unklar. Mehr als 3000 waren es am Dienstagmorgen, 1. März 2022, berichtet das Innenministerium. Auch in Niedersachsen kamen die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine an: 67, so die Landesaufnahmebehörde in Niedersachsen.

Viele von ihnen kamen offenbar bei Verwandten oder Freunden unter. Da sie keine Asylbewerber sind, mussten sie sich auch nicht bei einer Landesaufnahmebehörde melden. In Hannover kamen etwa 30 Menschen in der Nacht zu Dienstag mit einem Bus an, weitere sind mit privaten Autos von der Ukraine bis nach Hannover gefahren. Sie alle wurden nach Informationen des NDR in der Feuerwache 2 in Hannover-Stöcken untergebracht. Danach sollen sie in die Landesaufnahmestelle im Heidekreis kommen.

Kriegs-Flüchtlinge aus der Ukraine in Niedersachsen angekommen: „Haben 1.400 Menschen in der Stadt mit ukrainischen Wurzeln“

Aber auch in weiteren Notunterkünften in Hannover sollen die Menschen unterkommen. So soll etwa die Messehalle hergerichtet werden – dort hätten bis zu 1200 Personen Platz. Weitere 100 Menschen könnten in der Feuerwache 1 Zuflucht finden – jedoch nur vorübergehend: Nach 72 Stunden sollen die Geflüchteten in dauerhafte Einrichtungen wechseln.

Die Stadt Osnabrück rechnet mit vielen Menschen, momentan würden Hilfsmaßnahmen vorbereitet werden. „Wir haben 1.400 Menschen in der Stadt mit ukrainischen Wurzeln. Die werden viele Fragen haben, was sie tun können, wenn Familienangehörige es hierher geschafft haben“, sagte Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) dem NDR in Niedersachsen. Daher wolle man zunächst einen zentralen Anlaufpunkt schaffen, wo die Menschen Unterstützung und Informationen erhalten.

Niedersachsen erwartet noch mehr Geflüchtete: Landkreis sucht Ukraine-Dolmetscher

Mario Szlezak (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Wangerland im Landkreis Friesland, hat die Bürger dazu angehalten, dem Ordnungsamt leerstehende Wohnungen zu melden. Zudem sollen sie prüfen, ob sie Wohnraum zur Verfügung stellen können. Im Landkreis Aurich wird derzeit überlegt, welche Immobilien zur Aufnahme von Geflüchteten verwendet werden können. Wie die „Nordwest-Zeitung“ berichtet, werden unter den ukrainischen Bürgern im Landkreis auch Dolmetscher gesucht.

Die Gemeinde Oberndorf (Landkreis Cuxhaven) prüft, wie die Partnerstadt Owrutsch im Norden der Ukraine mit Hilfsgütern unterstützt werden kann. Eine Initiative aus Oldenburg ruft dazu auf, geflüchtete Menschen im eigenen Haus aufzunehmen. Zum wird für Sach- und Geldspenden geworben. Dadurch sollen Menschen aus der Ukraine an der polnischen Grenze mit einem Reisebus abgeholt werden.

Auch ein Diepholzer ist mit dem Bus zur polnisch-ukrainischen Grenze gefahren, um Flüchtlinge abzuholen. Im Landkreis Verden bereitet man sich derzeit auf die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine vor. Bis zu 700 Menschen könnten sofort aufgenommen werden.

Niedersachsens Ministerpräsident Weil und Innenminister Pistorius über Ukraine-Situation: „Werden das schaffen“

„In Niedersachsen werden wir Menschen aus der Ukraine, die ihre Heimat verlassen müssen, Zuflucht bieten“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Sonntag in einer Mitteilung. Er dankte den Bürgern, die bereit seien, Unterkünfte anzubieten und die Kriegs-Flüchtlinge anderweitig zu unterstützen.

Boris Pistorius (SPD), Innenminister von Niedersachsen, spricht zu Journalisten
Niedersachsen wolle „Räume für neue Plätze“ für Menschen schaffen, sagte Innenminister Boris Pistorius. © Bernd Weißbrod | dpa

Niedersachsen wolle „Räume für neue Plätze“ für Menschen schaffen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag zum NDR. Die Kommunen sollten das klären, forderte er. Niedersachsen und andere Bundesländer sieht er gut vorbereitet: „Wir werden mit der Situation fertig.“

Menschen aus der Ukraine sollen bald ohne Asylverfahren einreisen dürfen

Menschen aus der Ukraine sollen bald nach Deutschland kommen können, ohne ein Asylverfahren durchlaufen zu müssen. Möglich soll das eine Regelung machen, die die im Jahr 2001 als Reaktion auf den Balkankrieg eingeführt wurde. Sie sieht vor, Antragsverfahren zu umgehen und sofort arbeiten zu können. So könnten viele Geflüchtete ohne großen Behördenaufwand wieder schnell in ihre Heimat zurückkehren, was bei vielen der mutmaßliche Wunsch sei, so Pistorius.

Derzeit dürfen Ukrainer mit einem Pass nach Deutschland einreisen, in Niedersachsen dürfen sie mit einem Touristen-Visum vorerst 180 Tage bleiben.  * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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