Töchter sehen Tat mit an

32-Jähriger prügelt seine Frau tot und muss lebenslang in Haft

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Der Vater von drei Töchtern soll bereits in der Vergangenheit gewalttätig gewesen sein.

Hildesheim - Weil er seine Ehefrau zu Tode geprügelt hat, muss ein 32 Jahre alter Vater aus dem Kreis Holzminden lebenslang in Haft.

Selbst der hinzugeeilte Vermieter konnte den Gewaltexzess nicht verhindern: Vor den Augen seiner drei kleinen Töchter hat ein 32-Jähriger seine Ehefrau so heftig getreten und geschlagen, dass sie ins Koma fiel und elf Tage später starb. 

Am Freitag verurteilte das Landgericht Hildesheim den Afghanen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine Entlassung bereits nach 15 Jahren unmöglich. Der Vorsitzende Richter Peter Peschka sprach von einer „außerordentlich brutalen und unbarmherzigen Tat“.  Obwohl der Vermieter tatkräftig dazwischen gegangen sei, habe der Angeklagte konsequent sein Tötungsvorhaben umgesetzt. 

Die Familie war im September 2015 aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet, seit Anfang 2016 lebte sie in dem kleinen Ort Grünenplan im Kreis Holzminden. Bei Behördengängen unterstützten der Vermieter und eine Nachbarin das Paar. Bereits vor dem Mord war die Polizei zweimal wegen häuslicher Gewalt in die Wohnung gerufen worden. 

„In Afghanistan würde ich sie umbringen“

Im Herbst 2017 entschied die Frau, sich von ihrem Mann zu trennen und eröffnete ihm das in einer Beratungsstelle. Daraufhin sagte er einem Dolmetscher: „Schade, dass wir nicht in Afghanistan sind, da würde ich sie umbringen.“ 

Auslöser für den Mord am 3. Januar 2018 war nach Überzeugung der Strafkammer ein Streit des 32-Jährigen mit dem Vermieter, der trotz des Auszugs des Familienvaters 100 Euro Mietzuschuss von ihm verlangte. „Er sah sich an den Rand gedrückt und stand vor den Trümmern seiner Existenz, ohne feste Bleibe“, sagte der Vorsitzende Richter. 

In rasender Wut brach der Mann die Wohnungstür auf und schlug seine arglose Ehefrau zu Boden. Immer wieder habe der Angeklagte mit seinen festen Trekkingschuhen auf Kopf, Hals und Gesicht des Opfers eingetreten, sagte Peschka. 

Im Kampf mit dem Vermieter habe er sich am Türrahmen festgekrallt und immer wieder seinen Schuh auf den Hals der Frau gestellt. Sie erlitt unter anderem Rippenbrüche, einen Leberriss und wegen des Sauerstoffmangels eine starke Gehirnschädigung. 

Die drei Töchter sahen, wie ihr Vater ihre Mutter tötete

Die besondere Schwere der Schuld begründete die Kammer damit, dass die vier, sieben und neun Jahre alten Töchter den Gewaltexzess miterleben mussten und sogar vom Vater davon abgehalten wurden, Hilfe zu holen. „Es waren seine eigenen drei kleinen Kinder, die mit ansehen mussten, wie die Mutter zu Tode getrampelt wurde vom Vater“, sagte Peschka. 

Die Mädchen sind in einer Pflegefamilie untergebracht und sollen zusammenbleiben. Sie wurden im Prozess als Nebenkläger von Anwälten vertreten. 

Der 32-Jährige ist ein schmächtiger Mann, modisch gekleidet mit Kapuzenpulli und Turnschuhen. Er verfolgte die 90-minütige Urteilsbegründung weitgehend regungslos mit gesenktem Kopf. Zum Prozessauftakt hatte der Afghane den Angriff gestanden, aber jegliche Tötungsabsicht bestritten. 

Er habe die Kontrolle verloren, sagte der Mann, der Analphabet ist, aber im Iran gutes Geld auf Baustellen verdient hatte. Nach Deutschland war die Familie gekommen, um den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. - dpa

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