Schneller im OP: Rettungswagen suchen online passende Klinik

+
Immer mehr Rettungswagen in Niedersachsen suchen mit Patienten an Bord per Computer das passende Krankenhaus

Walsrode/Meppen - Im Notfall geht es oft um Minuten: Damit Patienten schneller die richtige Behandlung bekommen, gehen immer mehr Sanitäter im Rettungswagen online. Ein System zeigt ihnen, welche Klinik das beste Ziel für die Rettungsfahrt ist - bislang mit Erfolg.

Immer mehr Rettungswagen in Niedersachsen suchen mit Patienten an Bord per Computer das passende Krankenhaus für die Behandlung. An einem entsprechenden Pilotprojekt nehmen inzwischen insgesamt sechs Regionen in dem Bundesland teil, wie das niedersächsische Sozialministerium mitteilte. Krankenhäuser melden online über das sogenannte Ivena-System Behandlungskapazitäten und freie Betten in der Notaufnahme. Im Rettungswagen und in der Leitstelle können die Helfer dann in Echtzeit sehen, wo ein Patient die schnellste Behandlung bekommen kann.

"Früher musste umständlich per Telefon geklärt werden, wo ein Patient am besten behandelt werden kann", sagt Jörn Sandtvos vom Heidekreis-Klinikum in Walsrode. Jetzt könnten Rettungswagen viel schneller einem geeigneten Krankenhaus zugewiesen werden. "Es wäre eine Katastrophe, wenn ein Patient mit Herzinfarkt eingeliefert wird und das Herzkatheterlabor dann nicht einsatzbereit ist", sagt Sandtvos. Genau solche Fälle solle Ivena verhindern.

In Notaufnahmen hängen außerdem Bildschirme, auf denen zum Beispiel Informationen zur Ankunftszeit und zu den Verletzungen eines Patienten angezeigt werden. "So können wir eine standardisierte und schnellere Übergabe im Krankenhaus erreichen", erklärt Wolfgang Hagemann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Emsland. "Es ist besser gelaufen als wir am Anfang erwartet haben."

Das Projekt läuft seit 2015 und ist auf drei Jahre angelegt. Bislang sind laut Ministerium sechs Großleitstellen dabei: Hannover, Osnabrück, Oldenburg, Weser-Ems, Friesland und der Heidekreis. "Bewährt sich das System in den Modellregionen, so bietet sich seine Einführung in ganz Niedersachsen an", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD).

Angeboten wird das Ivena-System vom Unternehmen Mainis aus Offenbach. Der Firma zufolge kostet die Nutzung des Systems pro Krankenhaus etwa 300 bis 400 Euro im Monat. Derzeit nutzten Rettungsleitstellen in Hessen und Brandenburg das System. Auch in München und Nürnberg sowie in der Steiermark sei Ivena im Einsatz.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Hallo-Verden-Festival in der Stadthalle

Hallo-Verden-Festival in der Stadthalle

Band Aha spielt vor ausverkaufter Bremer Stadthalle

Band Aha spielt vor ausverkaufter Bremer Stadthalle

Löw-Team bucht EM-Ticket - "Sehr zufrieden"

Löw-Team bucht EM-Ticket - "Sehr zufrieden"

Jahrestag der Proteste: "Gelbwesten" demonstrieren in Paris

Jahrestag der Proteste: "Gelbwesten" demonstrieren in Paris

Meistgelesene Artikel

Listerienbefall: Jetzt ruft auch Familienbetrieb Waren zurück

Listerienbefall: Jetzt ruft auch Familienbetrieb Waren zurück

Auto gerät in den Gegenverkehr: Zwei Menschen sterben bei Frontalcrash

Auto gerät in den Gegenverkehr: Zwei Menschen sterben bei Frontalcrash

Auto kracht gegen Bäume: Zwei Tote bei Unfall im Landkreis Cloppenburg

Auto kracht gegen Bäume: Zwei Tote bei Unfall im Landkreis Cloppenburg

Beziehungsstreit eskaliert: Berauschter Mann erwartet Polizisten mit Kettensäge

Beziehungsstreit eskaliert: Berauschter Mann erwartet Polizisten mit Kettensäge

Kommentare