Kranke Logopädin darf keine Kinder therapieren

Göttingen/Lüneburg - Eine vermutlich psychisch kranke Logopädin darf keine Kinder therapieren. Ein vorläufiges eingeschränktes Berufsverbot durch das niedersächsische Landesamt für Soziales ist deshalb rechtmäßig.

Das hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg entschieden und einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Göttingen weitgehend verworfen (8 ME 196/09).

Auch wenn die psychische Erkrankung der Logopädin aus dem Raum Göttingen noch nicht abschließend festgestellt sei, müssten die Kinder geschützt werden, heißt es in der am Montag veröffentlichten Entscheidung. Den Kindern drohe unter anderem durch verbale Entgleisungen der Logopädin während der Behandlung eine Gefahr für ihre Gesundheit.

Aus der OVG-Entscheidung geht hervor, dass die Logopädin gegenüber ihren kleinen Patienten offenbar immer wieder einen „unwirschen“ Ton angeschlagen, Eltern aggressiv angegangen und Behördenmitarbeiter massiv bedroht hatte. Nachdem ein Gutachter deutliche Anhaltspunkte für eine Psychose der Logopädin gefunden hatte, erteilte ihr das Landesamt ein vorläufiges Berufsverbot, um die Patienten zu schützen.

Nachdem das Verwaltungsgericht Göttingen auf Antrag der Logopädin den sofortigen Vollzug der Maßnahme abgelehnt hatte, zog das Landesamt vor das OVG, mit weitgehendem Erfolg. Kinder bis zum Alter von 14 Jahren darf die Logopädin nicht mehr behandeln, weil diese nach Überzeugung der Richter das „krankheitsbedingte Verhalten“ der Frau nicht und sich nicht angemessen zur Wehr setzen können. Jugendliche und Erwachsene dagegen könnten psychische Auffälligkeiten der Therapeutin eher erkennen und im Zweifelsfall die Behandlung einfach abbrechen.

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