Kommunen wracken alte Straßenlaternen ab

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Kleine Stromfresser: Bis zu 50 Prozent der Stromkosten einer Gemeinde fallen auf die Straßenlaternen zurück.

Hannover - Das niedersächsische Umweltministerium zahlt seit kurzem eine Art Abwrackprämie für alte Straßenlaternen - und das Programm hat sich zu einem echten Renner entwickelt.

Die ursprünglich eingeplanten Fördergelder von einer Million Euro waren bereits kurz nach Start des Programms im August verbraucht, berichtete am Montag Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). Deswegen wurden die Mittel kurzfristig verdoppelt. Bisher haben 88 Gemeinden davon profitiert. Sie haben ihre alten Straßenlaternen, die zumeist noch aus den 70er Jahren stammen, modernisiert. Dadurch sparten die Kommunen bis zu 80 Prozent Strom und entsprechend viel Geld, berichtete der Minister.

Die Straßenbeleuchtung ist für die Städte und Gemeinden ein immenser Ausgabeposten - und seit einigen Jahren versuchen die Kommunen mit ganz unterschiedlichen Modellen, hier Geld zu sparen. In Braunschweig beispielsweise wurden die 33000 Stadtlaternen schon vor vier Jahren an Privatunternehmen verpachtet, die Stadt sparte dadurch zu Anfang eine Million Euro jährlich, mehr als 10 Prozent der Kosten. Lüneburg geht seit diesem Jahr einen ähnlichen Weg, auch dort wurden die Laternen an Private verpachtet.

Auch in Syke wird immer wieder über andere Beleuchtungszeiten diskutiert.

Besonders findig beim Geldsparen war die ostfriesische Gemeinde Hinte. Dort gehen die Lichter zwar um 23.00 Uhr aus, aber die Bürger können die Straßenbeleuchtung per Handy wieder einschalten, wenn sie wollen. „Diese Möglichkeit wird aber fast gar nicht genutzt“, sagte Bauamtsleiter Dieter Meinen am Montag. Bei den Bürgern trafen die verkürzten Beleuchtungszeiten dadurch allerdings auf bessere Akzeptanz. Denn in vielen Gemeinden wie der Wedemark (Region Hannover) laufen Bürger Sturm gegen die Pläne, mit einer Abschaltung der Laternen über mehrere Stunden in der Nacht Geld zu sparen. In Varel (Kreis Friesland) gab es sogar kürzlich eine Demo deswegen.

Die Laternen sind oft veraltet und richtige Stromfresser, in kleineren Kommunen machen die Kosten manchmal sogar bis zu 50 Prozent der gesamten Ausgaben für Strom aus. Die Abwrackprämie für alte Laternen kommt den Gemeinden da gerade recht. Das Umweltministerium in Hannover zahlt gestaffelt danach, wie groß die Energie-Einsparungen sind. Pro Kommune kann es für effektivere Birnen und eine bessere Steuerungstechnik bis zu 25 000Euro geben. Minister Sander lobte zwei Kommunen am Montag ganz besonders: Springe und Isernhagen bei Hannover sind aus seiner Sicht in puncto Klimaschutz durch effizientere Straßenbeleuchtung vorbildlich.

dpa

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