Hochwasser in Südniedersachsen

Kommunen fordern finanzielle Soforthilfe vom Land

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Die historische Altstadt von Goslar ist bei dem Hochwasser Ende Juli 2017 überflutet worden.

Goslar - Die Stadt Goslar sieht sich wegen der vom Hochwasser angerichteten Millionenschäden finanziell überfordert. "Wir benötigen unbedingt ganz konkrete Hilfen des Landes", sagte Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU). Auch der Landkreis Hildesheim appellierte an das Land, finanzielle Soforthilfe zu leisten.

Die im Kreisgebiet entstandenen Schäden schätzte Umweltdezernent Helfried Basse auf "einen hohen zweistelligen Millionenbetrag". 

Versprochene Steuererleichterungen reichen nicht aus

Die Zerstörungen in Goslar hätten nicht nur private Eigentümer und Mieter getroffen, sondern auch viele städtische Gebäude und Infrastruktur-Einrichtungen, sagte Oberbürgermeister Junk. Alleine an Straßen, Wegen und Brücken sowie im Stadtwald seien Schäden in Höhe von zusammen rund 2,5 Millionen Euro entstanden. Die Schäden an städtischen Gebäuden wie etwa dem Zinnfigurenmuseum oder der historischen Lohmühle seien noch gar nicht bezifferbar. 

Die historische Altstadt von Goslar ist bei dem Hochwasser Ende Juli 2017 überflutet worden.

Das Land hatte am Mittwoch Steuererleichterungen für vom Hochwasser geschädigte Privatpersonen und Firmen beschlossen. Dies reiche aber nicht aus, sagte Hildesheims Kreisumweltdezernent Basse. Es müsse auch direkte Mittel für den Wiederaufbau von Wohngebäuden und die Instandsetzung zerstörter öffentlicher Infrastruktur geben. Alleine in den vom Hochwasser der Innerste besonders heimgesuchten Gemeinden Holle und Bad Salzdetfurth seien mehrere Tausend Haushalte betroffen, sagte Basse. Vermutlich müssten zahlreiche Gebäude abgerissen werden. 

Wenige Hausbesitzer in Goslar gegen Hochwasser versichert

In Goslar verfügen viele Hausbesitzer nach Angaben der Stadt nicht über eine Elementarschadenversicherung, die für Hochwasserschäden aufkommt. Teilweise sei es gar nicht möglich, für denkmalgeschützte Bauwerke, wie sie in der als Unesco-Welterbe anerkannten Goslarer Altstadt stehen, eine solche Versicherung abzuschließen, sagte eine Verwaltungssprecherin. 

Im Goslarer Kreisgebiet, wo unter anderem Bad Harzburg, Rhüden und weitere Orte im Tal der Innerste unter den Überflutungen zu leiden hatten, waren nach Angaben von Kreissprecher Maximilian Strache fast 1100 Haushalte vom Hochwasser betroffen. Eine genaue Aufstellung der Schäden gebe es zwar noch nicht. Er liege aber wohl in Millionenhöhe. In den kommenden Monaten müsse zudem ein erheblicher Aufwand betrieben werden, um Straßen und Brücken zu reparieren. Auch mehrere Schulen seien erheblich beschädigt worden. 

Regional abgestimmtes Schutzsystem gefordert

Hochwasserschäden gab es auch in mehreren Orten des Landkreises Göttingen. Dort waren nach Angaben eines Sprechers 123 Haushalte betroffen, unter anderem in Osterode und Bad Grund. Auch in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel wurden Hunderte von Haushalten überschwemmt. Zur Höhe des Sachschadens konnte ein Verwaltungssprecher noch keine Angaben machen. 

Die historische Altstadt von Goslar ist bei dem Hochwasser Ende Juli 2017 überflutet worden.

Um künftig Überschwemmungen im Harz und dessen Randbereichen zu verhindern, müsse die Landesregierung für ein regional abgestimmtes Hochwasserschutzsystem sorgen, forderte Goslars Oberbürgermeister Junk. Die Landesregierung beschäftigt sich am Donnerstag in einer Sondersitzung mit der Bewältigung der Hochwasser-Folgen.

dpa

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