Kreativ und innovativ

Parteien bei der Kommunalwahl: Wer es digital kann, hat gute Chancen

Instagram, Facebook, YouTube oder doch klassische Zeitungsanzeigen? Der Wahlkampf hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.

Hannover – Der Kommunalwahl-Kampf hat sich längst ins Internet verlagert. Corona hat dieser Form einen mächtigen Schub gegeben. Fast jede Partei oder Wählergruppe ist online präsent. War vor einigen Jahren eine gute Homepage ein absoluter Pluspunkt, so müssen es heute die Social-Media-Kanäle sein. Gepaart wird die Onlinepräsenz immer noch mit klassischen Druckprodukten wie Flyern und Plakaten. Die Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) fasst es so zusammen: Zwei Funktionen soll der Wahlkampf besonders gut erfüllen: Information und Mobilisierung. 

Auf eines will nahezu keine Partei verzichten: auf Plakate. Dabei ist deren Wirkung umstritten. Einige Experten stellen dieser Art der Werbung eine schlechte Kosten-Nutzen-Rechnung aus. Meint: Die Kosten für Erstellung, Aufhängen und Entsorgen übersteigen das Ergebnis. Um mehr zu erreichen als nur den Gedanken „Es sind Wahlen!“, sollten die Parteien und Kandidaten einige Punkte beachten. Im Live-Ticker zur Kommunalwahl in Niedersachsen berichtet kreiszeitung.de am Sonntag, 12. September 2021, über die aktuellen Entwicklungen, die Ergebnisse, die gewählten Bürgermeister und Landräte.

Laut Werbeagenturen gehören dazu: Wenig Text – denn ein Autofahrer hat weniger als eine Sekunde Zeit, um die Botschaft aufzunehmen. Auch sollte die ganze Gestaltung dem Layout der Partei entsprechen und in sich schlüssig sein. Eine Frage, die gerne vergessen wird: Wer ist der Adressat? Einig sind sich Experten in dem Punkt: Auf dem Weg ins Wahllokal wird niemand seine Meinung ändern, nur weil er ein schönes Plakat sieht. Und bei der Briefwahl spielen sie eine noch geringere Rolle.

Kommunalwahl Niedersachsen: Wahlkampf an der Haustür

Schon seit Wochen sind die Kandidaten unterwegs. Einige setzten auf den Tür-zu-Tür-Wahlkampf. Andere platzieren ihre Wahlstände auf Wochenmärkten und an anderen belebten Orten. Das Ziel: Kontaktaufnahme mit dem Wähler. Durch die persönlichen Gespräche wollen sie Wünsche, Sorgen und Nöte erfahren.

Wesentlich schneller und flexibler ist der Wahlkampf im Internet. Um die Beiträge schnell zu finden, nutzt man Hashtags (#). Ein beliebter ist #kommunalwahl2021. Da findet man Beiträge nicht nur aus Niedersachsen, sondern auch von den vergangenen Kommunalwahlen in anderen Bundesländern. Dazu hat jede Partei ihre eigenen Hashtags.

Auf YouTube haben viele Kandidaten und Parteien mehr oder weniger gute Vorstellungsvideos veröffentlicht. Teilweise einfach mit dem Smartphone aufgenommen, andere haben eine Agentur beauftragt. Mit dem Smartphone und dem Füllhorn an (kostenlosen) Apps kann heute jeder Filmemacher werden. Der Vorteil: Von der Videoplattform aus können die Inhalte im Internet weiter verteilt werden.

Kommunalwahl Niedersachsen 2021: Der Wahlkampf wird vermehrt digital ausgetragen. (kreiszeitung.de-Montage)

Eine eigene YouTube-Webshow hat die SPD Bruchhausen-Vilsen. Alle zwei Wochen sendet das Team live und berichtet über aktuelle Themen. Angelehnt an die Tagesschau dauert jede Folge maximal 15 Minuten.

Aufs Hören setzt die Freie Wählergemeinschaft (FWG) in Syke. Deren Mitglieder produzieren Podcasts. Nach eigenen Angaben ist etwa alle zehn Tage eine neue Folge auf den gängigen Portalen wie Spotify, Apple Podcast und Google Podcast zu hören.

Facebook, Instagram und Twitter sind die Kanäle für die schnelle Mitteilung. Ein Beitrag, eine Story oder ein Reel sind schnell produziert und können zielgruppengenau ausgespielt werden. Ein klarer Vorteil gegenüber klassischen Anzeigen.

Wahlkampf in den Sozialen Medien boomt

Dass man mit Instagram & Co auch Vormachtstellungen kippen kann, zeigte die Bürgermeisterwahl in der Stadt Coesfeld. Im Herbst 2020 fanden in Nordrhein-Westfalen die Kommunalwahlen statt. Überraschend gewann die 34-jährige Eliza Diekmann die Wahl gegen den CDU-Herausforderer, den 51-jährige Gerrit Tranel. Er war bis dato stellvertretender Bürgermeister, und Coesfeld hatte laut einer Bachelorarbeit immer einen Verwaltungschef mit CDU-Parteibuch.

Eliza Diekmann setzte dabei immer wiederkehrende Hashtags ein und nutze einen Kampagnen-Slogan. Ihre Zielgruppen waren dabei Coesfelder Bürger ab 16 Jahre, welche auf den sozialen Plattformen Instagram und Facebook angemeldet waren. Sie sprach somit gezielt auch Erstwähler an, da ein Großteil der jüngeren Generation über Instagram, nicht aber Facebook zu erreichen war. Ihre Kommunikationsstrategie erinnerte an politische Influencer.

Welche Strategie die meisten Früchte eingebracht hat, erfahren alle Beteiligten am 12. September. Die Kreiszeitung wird aktuell über die Kommunalwahl berichten. Das endgültige Ergebnis verkündet einige Tage später der zuständige Wahlausschuss. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marvin Köhnken & Kube Slavomír/dpa

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