Interview zur Kommunalwahl in Niedersachsen

Christine Karasch (CDU) in Hannover: „Das Ziel ist eine gleichberechtigte Region“

Christine Karasch geht für die CDU ins Rennen um das Amt der Regionspräsidentin Hannover.
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CDU-Kandidatin Christine Karasch

Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen wird auch der nächste Regionspräsident in Hannover gewählt. Auch CDU-Politikerin Christine Karasch bewirbt sich für das Amt.

Hannover – Vor 20 Jahren wurde die Region Hannover ins Leben gerufen. Ein starker Bund von insgesamt 21 Städten und Gemeinden rund um die niedersächsische Landeshauptstadt. Bei der diesjährigen Kommunalwahl in Niedersachsen wird auch ein Nachfolger für Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) gesucht. CDU-Politikerin Christine Karasch will in seine Fußstapfen treten und sich vor allem für mehr Zusammenhalt zwischen den Kommunen einsetzen. Im Gespräch mit kreiszeitung.de erzählt die Leiterin des Dezernats für Bauen, Planung Umwelt und Klimaschutz der Region Hannover außerdem, warum sie die richtige Wahl für mehr Klimaschutz in Hannover ist.

Im Live-Ticker zur Kommunalwahl in Niedersachsen berichtet kreiszeitung.de am Sonntag, 12. September 2021, über die aktuellen Entwicklungen, die Ergebnisse, die gewählten Bürgermeister und Landräte.

Name: Christine Karasch
Partei: CDU
Position: Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin
Geburtsjahr: 1969 in Kassel (52 Jahre)
Frau Karasch, Sie haben in einem Interview mal gesagt, dass Sie eigentlich immer recht unpolitisch waren. Wie sind Sie dann doch in der Politik gelandet? 
Mein Start in die Politik war sogar eher ein Zufall. Ich war damals juristische Referentin mit Schwerpunkt öffentliche Verwaltung bei der CDU-Ratsfraktion in Wuppertal. In dieser Funktion habe ich mich vor allem mit kommunalen Zusammenhängen und deren Auswirkungen auf das Leben der Bürger beschäftigt.
Und wieso sind Sie dann schließlich bei der CDU geblieben?
Die CDU stimmt sehr mit meinen Werten überein, was die politische Ausrichtung angeht. Außerdem hatte die Partei damals eine erfolgreiche Strategie, um die Stadt, die damals in einer desolaten Lage war, wieder in eine positive Entwicklung zu bringen. Das hat mich überzeugt.
Geboren sind Sie in Kassel, es gab Zwischenstationen in Marburg und im Münsterland – Warum haben Sie sich dann in 2018 für Hannover als Heimat entschieden?
Die Region Hannover hat in Deutschland eine einmalige Struktur und war dadurch die Chance auf eine interessante berufliche Weiterentwicklung. Zudem ist die Region mit dem vielfältigen Freizeit- und Kulturangebot und der abwechslungsreichen Naturlandschaft eine sehr lebenswerte Ecke. Außerdem konnte ich durch den Umzug nach Hannover wieder mehr Zeit mit meinem Mann verbringen, mit dem ich bis dahin eine Wochenendbeziehung geführt hatte.

CDU-Kandidatin Christine Karasch stolz auf moderne Regions-Verwaltung in der Corona-Pandemie

Wie hat die Coronavirus-Pandemie Ihren Blick auf die Region Hannover verändert?
Die Krise hat gezeigt, dass viele Strukturen der Region Hannover trotz der Größe funktionieren. Nach einer kurzen Anpassungsphase haben wir die Regionsverwaltung großteils auf digitale Alternativen umgestellt. Für mich ist das der Beweis, dass ich bereits jetzt Teil einer modernen Verwaltung sein darf. Trotzdem ist gerade im Hinblick auf die Digitalisierung der Verwaltungsvorgänge noch einiges zutun.
In diesem Jahr wird die Region Hannover 20 Jahre alt. Etwa genauso lange befassen Sie sich bereits mit Kommunalpolitik. Wie hat sich das Ganze seitdem verändert? 
Das Verwaltungswesen ist insgesamt offener geworden. Die Beteiligung von Bürgern an den Vorgängen erfolgt früher, dadurch ist der Austausch deutlich intensiver. Das ist allerdings auch notwendig, da die Themen der Verwaltung mit den Jahren immer komplexer geworden sind.
Das Interesse an Verwaltungsrecht zieht sich durch Ihren Lebenslauf. Warum ist Kommunalpolitik Ihrer Meinung nach eigentlich so wichtig?
Kommunalpolitik ist für mich das spannendste Politikfeld überhaupt. Denn dort werden Entscheidungen getroffen, die sich unmittelbar auf die Lebensrealität der Bürger auswirken. Es ist Politik zum Anfassen. Was wir zu Windrädern, Nahverkehr und Wohnungsbau entscheiden, ist erlebbar. Die Politik in Berlin ist dagegen oftmals weit weg und damit mehr Theorie als Praxis für viele Menschen.

CDU-Kandidatin Christine Karasch will eine bezahlbare, freundliche und kompetente Regionsverwaltung

Inwiefern hilft Ihnen Ihre Tätigkeit als Juristin auch in der Funktion als Politikerin? Und steht es Ihnen vielleicht manchmal auch im Weg?
Rechtliche Regelungen sind bei der Verwaltungsarbeit allgegenwärtig. Quereinsteiger in die Verwaltung müssen sich das Wissen deshalb erst neu aneignen. Politiker mit juristischem Hintergrund werden oft auch als Bedenkenträger angesehen, wenn es um idealistische aber unrealistische Ziele unserer Kollegen geht. Aber ich finde, gute Politik braucht beides: Idealismus und Realismus.
Sie wollen für die Region „einen richtig guten Job machen“ steht auf Ihrer Webseite. Wann sind Sie zufrieden mit Ihrer Arbeit als Politikerin?
Gute Arbeit mache ich dann, wenn es mir gelingt, die Verwaltungsarbeit für alle Bürger verständlich zu machen und die richtigen Lösungen für ihre Probleme zu finden. Wir sollten es schaffen, dass sich am Ende eines Entscheidungsprozesses wirklich niemand über den Tisch gezogen fühlt. Außerdem ist Verwaltung auch immer dafür da, den Menschen die richtigen Dienstleistungen möglichst barrierefrei anzubieten. Wenn wir dabei noch freundlich, kompetent und bezahlbar sind, dann bin ich zufrieden.
In Ihrem Wahlprogramm setzen Sie vor allem auf die Gemeinschaft innerhalb der Region. Nicht zuletzt seit der Corona-Pandemie driftet die Gesellschaft allerdings immer weiter auseinander. Wie können wir die Kluft zwischen Arm und Reich kleiner machen?
Das ist ja der Ursprungsgedanke der Region: Chancen und Lasten gleichmäßig verteilen. Dabei geht es um die finanzielle Infrastruktur, genauso wie um die kulturelle Vielfalt der einzelnen Kommunen. Das Ziel ist, dass es keine ärmeren und reicheren Städte gibt, sondern eine gleichberechtigte Region.

CDU-Kandidatin Christine Karasch: Grüne haben nicht als einzige Partei die Lösung für das Klimaproblem

Klimaschutz ist in diesem Jahr das Wahlkampfthema Nummer eins. Auch bei Ihnen steht es ganz oben auf der Agenda. Wie geht wirtschaftlicher und sozialer Klimaschutz eigentlich?
Wir können in der Region erstmal nur die Rahmenbedingungen dafür aufstellen und systematische Entwicklungen anstoßen. Zum Beispiel mit Förderprogrammen für die Wirtschaft und Maßnahmen wie der Wärmewende oder der Solaroffensive. Ich bin aber überzeugt, dass guter Klimaschutz nur Hand in Hand mit einer starken Wirtschaft funktioniert.
Beim Klimaschutz im politischen Kontext denkt man meist zuerst an die Grünen. Warum sind Sie die beste Wahl für mehr Klimaschutz in der Region?
Den Grünen ist durch aktive Öffentlichkeitsarbeit ein echtes Kunststück gelungen: Es wirkt immer so, als hätten sie als einzige die Lösung für das Klimaproblem. Das ist aber nicht der Fall. Es geht jetzt vor allem um den nachhaltigen Umbau und die Organisation von Prozessen in Gesellschaft und Wirtschaft. Dafür ist die CDU mehr als qualifiziert. Mit uns wird es keine Sperrungen oder Fahrverbote geben, sondern Anreize für einen klimafreundlicheren Lebensstil.
Wo steht die Region Hannover in fünf Jahren, wenn Sie gewählt werden?
Wenn ich gewählt werde, gibt es in fünf Jahren deutlich mehr Klarheit in den Handlungsfeldern Bildung, Digitalisierung, Wirtschaft und Klimaschutz. Es werden grundlegende Strukturen für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Industrie und Forschung vorhanden sein, die es dann gilt, auszubauen.

An den Kommunalwahlen in Niedersachsen wollen neben CDU, SPD, Grünen, FDP, der Linken und der AfD 20 weitere Parteien teilnehmen. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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