Taucher finden 500 Roller im Rhein

Köln will E-Scooter kicken: Kommt jetzt das Verbot in Großstädten?

Sie werden achtlos irgendwo hingeschmissen und sorgen für Ärger: Jetzt will die Stadt Köln die E-Scooter aus der Stadt schmeißen. Werden andere Städte folgen?

Köln – Das Kölner Ordnungsamt will durchgreifen und klar Schiff in Sachen E-Scooter machen. Denn die liegen in der Stadt nicht nur am Straßenrand, sondern mittlerweile sogar auf dem Grund des Rheins.

StadtKöln
BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung1,086 Millionen (2019)
Gründung38 v. Chr.

In Köln-Porz wollen die Grünen und die CDU die Scooter vollständig von den Straßen im Stadtteil verbannen und haben einen Antrag an die Stadt Köln und die Oberbürgermeisterin gestellt: Es solle geprüft werden, „ob die Benutzung von E-Scootern im öffentlichen Straßenland unterbunden werden könnte.“ Zumindest in Porz. Kommt ein generelles E-Scooter-Verbot in Köln und vielleicht sogar in weiteren Städten?

Hunderte E-Scooter liegen bei Köln im Rhein

Auch für Umweltaktivisten sind die E-Scooter ein Dorn im Auge. Denn mittlerweile liegen sie nicht nur am Straßenrand rum oder stapeln sich in der Stadt, sondern landen im Rhein. Taucher haben mehr als 500 E-Scooter auf dem Grund des Rheins in Köln gesichtet. Für die Umwelt stellt das ein großes Problem dar. Denn wenn die Roller eine Zeit lang im Rhein liegen, werden die giftigen Lithium-Akkus freigesetzt und gelangen ins Grundwasser.

500 E-Roller liegen am Grund des Rheins. (Symbolbild)

Wer die Roller in den Fluss schmeißt, ist unklar. Wahrscheinlich seien es betrunkene Jugendliche oder Menschen, die „einfach einen Hass auf die Dinger haben“, erzählt Christian Stock vom Verein: „Kölner Rhein Aufräum Kommando Einheit“.

Bußgeld für falsch abgestellte E-Scooter fällig

Der verantwortliche E-Scooter-Verleiher möchte seine Roller aber gar nicht aus dem Rhein rausholen, weil die Bergung viel zu teuer ist. Das bringt Köln Politiker auf die Palme. Das Ordnungsamt in Köln ist nun im Einsatz und weist entlang von stehenden oder fließenden Gewässern Ausbringungs- und Abstellverbote für die Scooter aus.

Für einen nicht korrekt abgestellten Scooter muss man in Köln 15 Euro blechen, auch in Düsseldorf droht ein Bußgeld. Der Anbieter wird zudem aufgefordert, den falsch abgestellten Roller zu beseitigen. Im englischen Hereford hat die Polizei einen E-Scooter sogar abgeschleppt. So weit ist man hierzulande glücklicherweise noch nicht.

Lebensgefährliche Unfälle mit E-Scootern

Aber nicht nur in Köln machen E-Scooter immer wieder Probleme. Auch in Bremen sieht man im City-Bereich immer wieder achtlos weggeschmissene oder falsch abgestellte Roller. In der Hansestadt sind mittlerweile mehr als 1.000 Roller im Einsatz.

Allerdings kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, wenn sie fahrlässig benutzt werden. Ein alkoholisierter Mann hat sich bei einem Unfall mit einem E-Scooter in Bremen lebensgefährlich verletzt. Auch unter Einfluss von Drogen dürfen E-Scooter nicht gefahren werden. Das beachtet in Bremen allerdings auch nicht jeder.

Betrunkene junge Leute, die auf E-Scootern unterwegs sind und für Gefahren sorgen, sind auch in Hannover ein Problem. Immer öfter sie in den Statistiken der dortigen Polizei auf. Insgesamt sind bei 2.155 Unfällen mit E-Scootern in Deutschland im vergangenen Jahr Menschen verletzt oder getötet worden.

E-Scooter: „Rollender Unsinn mit Batterieantrieb“

Eine Hamburger Politikerin nannte die E-Roller einst „rollenden Unsinn mit Batterieantrieb“. Andere fahren seit 2019 begeistert damit durch die Innenstädte. Aber trotz der Begeisterung bleiben Probleme:  Kreuz und quer geparkte Roller, verbotenes Slalomfahren an Fußgängern entlang auf Gehwegen, betrunkene Fahrer und Unfälle.

Angesichts dieser Probleme wollen viele Städte die Regeln für Roller verschärfen – zum Beispiel mit Tabuzonen. In Hamburg gibt es rund 500 solcher Parkverbotszonen, in Hannover darf man die Scooter nicht in Parks abstellen. In Hamburg könnte es zudem bald eine strikte Promille-Grenze für Fahrer von E-Rollern geben. In der Hansestadt gibt es ebenfalls immer wieder Unfälle mit den Scootern.*

Komplettes E-Scooter-Verbot in Städten unwahrscheinlich

Ein komplettes E-Scooter-Verbot in Städten oder Stadtteilen ist derzeit nicht abzusehen. Beschränkungen und Auflagen wie Verbotszonen können aber weiterhin von den Städten verhängt werden. Durch die Corona-Pandemie hat der Hype um die Scooter sowieso abgenommen. Weniger Menschen waren unterwegs und weniger Touristen machten Urlaub in Großstädten. In Japan arbeiten Forscher der Universität Tokio an einem neuartigen E-Roller, den man aufblasen kann.* Vielleicht klappt‘s mit dem ja alles etwas besser. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jochen Eckel/Imago

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