Erfolg bleibt überschaubar

Mit eigenem „Zehner“ zu mehr Umsatz: Einbeck testet Regionalwährung

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Der „Einbecker Zehner“ ist noch kein überzeugender Erfolg.

Eine kleine Stadt probt den Aufstand gegen große Konkurrenz in der Region und im Internet: Der „Einbecker Zehner“ soll Kunden an die örtlichen Anbieter binden. Der Erfolg ist - wie an anderen Orten auch - überschaubar.

Einbeck - Knapp ein Jahr nach der Einführung ihrer Regionalwährung hat die Stadt Einbeck eine zurückhaltende Zwischenbilanz gezogen. Der „Einbecker Zehner“ werde von Geschäften und Nutzern relativ gut angenommen, sagte der stellvertretende Bürgermeister Florian Schröder. Nach Angaben der städtischen Marketinggesellschaft akzeptieren mittlerweile knapp 80 Geschäfte die Regionalwährung. Ursprüngliches Ziel war es, schon zum Start des Projekt im März vergangenen Jahres 100 Teilnehmer zu gewinnen.

Vor allem Dienstleister machten noch nicht so mit wie erhofft, sagte Marketing-Chef Florian Geldmacher. Die Zahl der in Umlauf gebrachten Zehner könnte gerne höher sein, sagte Geldmacher. Derzeit würden jeden Monat etwa 400 Zehner neu ausgegeben. Die Regionalwährung soll zum Bezahlen in heimischen Geschäften und anderen Einrichtungen dienen. Ziel des einem Gutscheinsystem entsprechenden „Zehners“ ist es, die Kaufkraft in der 33.000 Einwohner starken Stadt zu halten.

Göttinger Regionalgeld gescheitert

Das mit demselben Ziel gestartete Göttinger Regionalgeld „August“ war Mitte 2011 wieder vom Markt genommen worden. Obwohl sich rund 70 Geschäfte bereit erklärt hatten, hatte sich das Modell nicht bewährt. Auch der Lüneburger „Lunar“, der in fünf Landkreisen gelten sollte, wurde 2015 wieder eingestampft. Die Resonanz war zu gering.

Ein ähnliches Schicksal haben nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank die meisten Regionalwährungen. Die Versuche von Kommunen, durch eigenes Geld die örtliche Nachfrage zu beleben und eine identitätsstiftende Wirkung zu erzielen, seien nur mäßig erfolgreich.

Ausgabewert in Einbeck: 35.000 Euro

In Einbeck wurden nach Angaben des Stadtmarketings an den drei Ausgabestellen bisher insgesamt rund 3500 „Einbecker Zehner“ ausgegeben. Deren Wert beträgt zusammen 35.000 Euro. Ein Großteil der Scheine werde von den Erwerbern als Geschenk verwendet, sagte Marketing-Chef Geldmacher. „Man kann beispielsweise ins Kino gehen, Eis essen oder sich ein Buch kaufen“, sagte Geldmacher. Die Läden könnten die „Zehner“ bei der Banken wieder gegen Euro tauschen.

Geldmacher hofft auf eine erhebliche Belebung des Systems zu Ostern und zum Muttertag. Dann solle jedenfalls die Werbetrommel für die Regionalwährung noch einmal gerührt werden. Bis Ende 2021 solle es den „Einbecker Zehner“ in jedem Fall noch geben. Wie es dann weiter geht, sei noch offen. Möglicherweise wäre es sinnvoll, dass auf eine regionale digitale Währung umzustellen, überlegt der Marketing-Chef. „Das wäre dann auch etwas für eine jüngere Zielgruppe.“

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