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Kindermissbrauch: Fünf Männer aus Niedersachsen im „Missbrauchskomplex Wermelskirchen“ unter Verdacht

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Von: Marcel Prigge

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Ermittler in Köln informieren über neuen Missbrauchskomplex
Ermittler informieren über die neuen Details des Missbrauchskomplexes. Staatsanwaltschaft und Polizei haben über Ermittlungen gegen mehr als 70 Tatverdächtige wegen sexuellen Missbrauchs an Babys und Kleinkindern informiert. © Oliver Berg/dpa

In dem gewaltigen Missbrauchskomplex „Wermelskirchen“ sind am Montag neue Details bekannt gegeben worden. Insgesamt gibt es 74 Menschen, die wegen Kindermissbrauch verdächtigt werden. Fünf davon kommen aus Niedersachsen.

Niedersachsen – Ermittler haben auf einer Pressekonferenz in Köln am Montag neue Details zum „Missbrauchskomplex Wermelskirchen“ bekannt gegeben. Der Auslöser ist ein Verfahren um Kindesmissbrauch gewesen, im Zuge dessen enorme Datenmengen sichergestellt werden konnten. Daraus ergaben sich nun 74 Missbrauch-Verdächtige, davon fünf kommen aus Niedersachsen.

Kindesmissbrauch: Hauptverdächtiger des Missbrauchskomplex Wermelskirchen seit Dezember in U-Haft

Im Zentrum der Ermittlungen steht laut Polizei ein 44-jähriger Mann aus Wermelskirchen, der seit Dezember 2021 unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in U-Haft sitzt. Er soll über mehrere Jahre hinweg zehn Jungen und zwei Mädchen missbraucht und die Taten fotografiert und gefilmt haben. Die Kinder sollten im Alter von nur einem Monat bis zu 14 Jahren gewesen sein.

Missbrauchskomplex Wermelskirchen: Bei Hauptverdächtigen gewaltige Datenmengen sichergestellt

Die Ermittler beschlagnahmten enorme Datenmengen an Missbrauchsdarstellungen bei dem Verdächtigen. Laut Behörden-Angaben seien es insgesamt 32 Terabyte mit 3,5 Millionen Bildern und 1,5 Millionen Videos gewesen. Daraus ergaben sich insgesamt 74 Tatverdächtige in 14 Bundesländern. Die meisten seien in einem Alter zwischen 26 und 45 Jahren. Bei ihnen handele es sich den Ermittlern zufolge um Väter, Nachbarn, Bekannte, Brüder oder Großväter der Opfer. Nicht betroffen sind bislang nur Bremen und das Saarland. Ein Verfahren wurde nach Österreich abgegeben.

Kindermissbrauch: Fünf Männer aus Niedersachsen unter Verdacht

Nach Angaben der Fahnder wohnen demnach fünf Verdächtige in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Jeweils ein Verdächtiger komme aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Wie der Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer gegenüber dem NDR mitteilte, seien alle Beschuldigten Männer. Die Landkreise, aus denen die Beschuldigten kommen, seien nicht genannt worden, um etwaige Ermittlungen der Staatsanwaltschaften nicht zu stören. Er könne nicht sagen, ob bei den Beschuldigten Untersuchungshaft angeordnet worden sei. Ebenfalls verschwiegen sei er auf die Frage, ob es in Norddeutschland Opfer der Kindesmissbrauchs-Fälle gegeben habe.

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33 Opfer aus Missbrauchskomplex identifiziert – Großteil aus Nordrhein-Westfalen

Bislang seien mindestens 33 Opfer identifiziert worden. Ein Großteil stamme aus Nordrhein-Westfalen. Teilweise sollen sie als Säuglinge missbraucht worden sein. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Zahl der Opfer weiter erhöhe. Nach Aussagen der Ermittler, hätten die Eltern der Kinder in keinem Fall Verdacht geschöpft. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter ihre Opfer teilweise betäubt haben.

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