Elf Jahre und drei Monate Haft

Kleinkind tot geprügelt: Angeklagter muss in Haft

Aurich - Nach dem gewaltsamen Tod eines kleinen Jungen hat das Landgericht Aurich einen 26 Jährigen wegen Totschlags und Körperverletzung zu elf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Für den Prügeltod eines kleinen Jungen hat das Landgericht Aurich einen 26-Jährigen zu elf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Mann habe den Tod des zweijährigen Sohnes seiner Lebensgefährtin in Kauf genommen, begründete das Gericht am Mittwoch das Urteil. Der Anwalt des Mannes hatte eine kürzere Haftstrafe gefordert. Sein Mandant habe das Kind nicht töten wollen.

„Er fühlte sich überfordert und wollte seine Ruhe haben“, sagte der Richter. Dazu habe der 26-Jährige das Kind ruhigstellen wollen. „Und das mit allen Mitteln.“ Schockierend seien vor allem die Verletzungen des Zweijährigen: Derart große blaue Flecken, innere Blutungen und Risse der Leber entstünden sonst nur, wenn jemand von einem Auto überfahren werde. „Das war überzogene, massive Gewalt.“

Der Angeklagte hatte im vergangenen Februar in Aurich auf den Zweijährigen und seine ältere Schwester aufpassen sollen, als seine Lebensgefährtin bei der Arbeit war. Da er am Vorabend in einer Disco gefeiert habe, sei der Mann müde gewesen, erklärte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Als der Junge weinte, habe er zunächst versucht, ihn zu beruhigen, dann habe er ihm ins Gesicht geschlagen. Anschließend schickte er beide Kinder zum Spielen in das Kinderzimmer.

Wenig später habe der Zweijährige erneut geweint. Der 26-Jährige, der selbst Vater eines kleinen Sohnes ist, legte den Jungen in sein Bett. „Dann hat es einfach Klick gemacht“, sagte die Staatsanwältin. Der Mann schlug mehrmals auf den Bauch des Kindes und verließ das Kinderzimmer. Eine Stunde später bemerkte er den Zustand des Jungen und rief einen Rettungswagen, verschwieg den Notärzten aber die schwere Bauchverletzung. Für das Kind kam jede Hilfe zu spät.

„Sie sind selbst Vater eines kleinen Kindes“, sagte der Vorsitzende Richter abschließend zu dem 26-Jährigen. Er habe deshalb wissen müssen, dass die Kraft seiner Schläge für einen kleinen Körper tödlich sein könne.

dpa

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Udo Lindenberg in der Bremer Stadthalle

Udo Lindenberg in der Bremer Stadthalle

Meistgelesene Artikel

Streifenwagen der Bereitschaftspolizei beschossen

Streifenwagen der Bereitschaftspolizei beschossen

Frau hinter Auto hergeschleift - Mann gesteht „grauenvolle Tat“

Frau hinter Auto hergeschleift - Mann gesteht „grauenvolle Tat“

„Ich bin kein Sklave“ - Am Auto gezogene Frau schildert Martyrium

„Ich bin kein Sklave“ - Am Auto gezogene Frau schildert Martyrium

Motorradfahrer stürzt in Kurve und wird tödlich verletzt

Motorradfahrer stürzt in Kurve und wird tödlich verletzt

Kommentare